[Rezension] Lass mich nicht los - Sarah Alderson

Jugendbuch


Quelle: Verlagsseite
Verlag: Ravensburger
Übersetzt von Sabine Tandetzke
Softcover mit 416 Seiten
Erschienen am 13.02.2019
ISBN: 978-3-473-47955-9
Preis: € 14,99 (D)





Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen





Em und Jake sind seit vielen Jahren beste Freunde. Gemeinsam haben sie als Kinder ein Baumhaus gebaut und noch heute zieht es Em immer wieder an den vertrauten Ort. Es erinnert sie an eine Zeit, in der sie glücklich war. An eine Zeit, bevor ihr Leben auseinandergebrochen ist. Damals, als Jake plötzlich verschwand und sie ihn nie verabschieden konnte. Doch jetzt ist er plötzlich wieder da, steht vor ihr und Em kann nur schwer gegen ihre widersprüchlichen Gefühle ankämpfen. Denn eigentlich liebt sie diesen Mann, doch vertrauen kann sie ihm nicht. Wie soll sie sich nun verhalten? Gibt es eine zweite Chance für sie?

Aus der Feder von Sarah Alderson entstammt die Idee zu diesem Roman, der die bewegende Geschichte von Jake und Em erzählt, die gemeinsam eine Menge erlebt haben.

Abwechselnd wird die Handlung aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt, die so den Leser regelrecht gefangen nehmen und ihn durch die Erzählung begleiten. Da die Schriftstellerin kurze Kapitel verfasst hat, ist es leicht, sich auf die schwungvolle und dynamische Geschichte einzulassen.

Emerson wird von Jake immer nur Em genannt. Sie ist schon viele Jahre mit Jake befreundet und heimlich in ihn verliebt. An dem Tag, als sich ihre Freundschaft verschiebt, geschieht etwas Grausames, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es zuvor war. Außerdem ist Jake mitsamt seiner Familie verschwunden und Em konnte nie verstehen, weshalb er sie verlassen hat. Nun ist Em erwachsen, neunzehn Jahre jung, arbeitet im Geschäft ihrer Eltern, pflegt ihren an MS erkrankten Vater und meidet die Öffentlichkeit. Sie ist unnahbar und führt ein ruhiges Leben. Erst durch Jakes Rückkehr wird alles verkompliziert.

Jake hatte vor sechs Jahren keine Wahl. Er wäre gerne geblieben, doch mit vierzehn Jahren konnte er seinen Eltern nur schwer widersprechen. Außerdem gab es eine Menge Missverständnisse, weshalb er erst so viel später zurückkehrt. Heute ist er ein erfolgreicher Eishockeyspieler und studiert an der Uni in Boston. Obwohl er lange fort war, drehen sich seine Gedanken noch immer um Em, die ihm unsagbar fehlt. Auch er war damals in sie verliebt, wagte aber den letzten Schritt nicht. Doch nun sieht alles ganz anders aus. Heute muss er erkennen, wie sehr sich Em in den letzten Jahren verändert hat.

Die Handlung baut sich chronologisch und nachvollziehbar auf. Zwischendurch werden regelmäßig kurze Kapitel eingebaut, die die Vergangenheit beleuchten. So wird ein idealer Bezug zwischen dem Hier und Jetzt und den damaligen Ereignissen hergestellt. Der Leser kann sich dadurch wunderbar in die Geschichte einfinden und sich alles lebendig und bildlich vorstellen.
Sarah Alderson hat sich für die Hintergrundgeschichte eine sehr tragische Idee einfallen lassen, die schockiert und bewegt. Das Thema „Missbrauch von Schutzbefohlenen“ könnte nicht zeitgemäßer sein. Deshalb ist es auch so ergreifend mitzuerleben, wie Em leidet und sich ihre Welt verändert hat. Von Anfang bis Ende kann mitgefiebert werden, ob die junge Frau irgendwann zu einem normalen Leben zurückfinden kann. Die Autorin hat bewiesen, dass sie ein Händchen dafür besitzt, eine schreckliche Geschichte einfühlsam und mit genau den richtigen Worten einzufangen und umzusetzen.

Mein persönliches Fazit:
Sehr authentisch und mit genau der richtigen Mischung aus Leidenschaft, Dramatik und Gefühl wird diese Erzählung beschrieben, die sich sowohl aufregend als auch fesselnd liest. Es fällt leicht, sich auf die Handlung einzulassen und sich in die Geschichte einzufinden. Durch die Tragik wird aus diesem Roman etwas viel tiefgründigeres, als es auf den ersten Blick scheint. Natürlich geht es hier auch um die Romantik zwischen Jake und Em, doch es bietet wesentlich mehr. Die beiden Hauptakteure müssen sich ihrer Vergangenheit stellen und lernen, mit den Nachwirkungen zu leben. Deshalb ist dieses Buch ein wahrer Page-Turner und bietet großartige Unterhaltung.


Wenn ihr mehr über das Werk erfahren möchtet, dann schaut auf der Verlagsseite vorbei.
Ein Klick, der sich lohnt. Viel Freude.

Das könnte auch interessant sein...

[Rezension] Der Ring des Lombarden - Petra Schier

[Rezension] Mister Romance - Leisa Rayvens