[Rezension] Blake - Jack Heath

Thriller


Quelle: Verlagsseite
Verlag: Heyne Verlag
Übersetzt von Angelika Naujokat
Klappenbroschur mit 448 Seiten
ISBN: 978-3-453-43941-2
Erschienen am 14.01.2019
Preis: € 12,99 (D)





Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen





Klappentext: Amerika, Gegenwart. Timothy Blake ist ein genialer Profiler und steht als inoffizieller FBI-Mitarbeiter auf keiner Gehaltsliste. Er hat nämlich ein geheimes Laster und wird nicht mit Geld entlohnt, sondern mit etwas, das seine dunklen Triebe befriedigt. Als Blake mit seiner neuen Partnerin Special Agent Reese Thistle eine heikle Geldübergabe einfädelt, geht die Sache schief: In einem gestohlenen Wagen finden sie eine Schaufensterpuppe mit einer menschlichen Niere darin. Blake, der sein finsteres Geheimnis sorgsam hüten muss, gerät unter Verdacht…

Autor Jack Heath hat mit dem Werk „Blake“ einen Thriller erschaffen, der zum Nachdenken animiert und durch seine Worte sowohl schockiert als auch fesselt.

Timothy Blake ist die Hauptperson dieser Geschichte, der aus seiner Sicht die Erlebnisse schildert und so den Leser hautnah in eine ekelige und teilweise grauenhafte Erzählung hineinkatapultiert.
Obwohl Blake kein guter Mensch ist, wird er schnell zu einem Sympathieträger. Dabei beschreibt er sich selbst als eine grausame Person, die keinen anderen Weg im Leben zu sehen scheint. Für ihn gibt es nur die Gier nach Fleisch; menschlichem Fleisch. Er ist Kannibale, der eine Abmachung mit dem Chef des hiesigen FBIs pflegt. Nur so kann er seinen Trieben nachkommen. Doch dann gerät er immer mehr in einen Strudel aus Verdächtigungen, bis sich das Netz auch um seinen Kopf immer weiter zusammenzieht.

Da der Autor hier eine sehr abnormale Form von Protagonisten wählt, ist es nicht besonders einfach, sich ganz in ihn hineinzuversetzen. Dennoch wirkt er glaubwürdig und authentisch, weshalb er das Herz der Leser erreicht. Gerade zum Schluss hin, wenn es immer spannender und praktisch ausweglos erscheint, bangt und hofft praktisch jeder mit dem vermeintlichen Guten mit. Die Grenzen zwischen dem Legalen und Unzumutbaren verschwimmen und es fällt zunehmend schwerer, in dem Kannibalen einen Bösewicht zuerkennen. Das macht einen gewissen Reiz aus, was der Geschichte zusätzliche Dynamik verleiht.

Die Handlung selbst ist vielschichtig und undurchsichtig aufgebaut worden. Bis zum Ende wird ein ideales hin- und her kreiert, was den Leser verunsichert und zum Weiterlesen verführt. Zum Glück hat Jack Heath einen schlüssigen Abschluss gefunden, der das Werk ideal vervollständigt.

Ein gelungenes Spektakel, das an den Nerven zerrt…

Mein persönliches Fazit:
Selten hat mich ein Thriller so entsetzt und zeitgleich mitgerissen. Natürlich ist es falsch, einem Kannibalen die Daumen zu drücken, doch irgendwie geht es gar nicht anders. Er ist ein lebendiger und ausdrucksstarker Charakter, der durch seine kleinen Einblicke in die Vergangenheit viele Sympathiepunkte sammelt. Außerdem hat er noch immer ein Herz, was mich positiv gestimmt hat. Zusätzlich ist er unglaublich clever und aufmerksam, was mich mitgerissen hat. Seinen Gedankengängen zu folgen gehört mit zu den Highlights des Buches.
Also insgesamt ist hier alles versammelt, was einen wahren Thriller ausmacht: ein psychotischer Hauptdarsteller, eine schreckliche Handlung und eine bildliche Kulisse. Es würde mich nicht wundern, wenn wir Jack Heaths Blake in einem anderen Buch noch einmal wiedersehen würden. Daumen hoch – Empfehlung ist gewiss.


Wenn ihr mehr über das Werk erfahren wollt, dann besucht doch mal die Verlagsseite.
Ein Klick, der sich lohnt. Viel Freude.

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