[Rezension] Ein kleines Wunder würde reichen - Penny Joelson

Roman

Quelle: Verlagsseite
Verlag: FISCHER FJB
Übersetzt von: Andrea Fischer
Hardcover mit 320 Seiten 
ISBN: 978-3-8414-4023-5
Erschienen am 23.05.2018
Preis: € 16,99 (D)




Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen




Jemma leidet unter Zerebralparese und ist seit Geburt schwerst behindert. Aus dem Rollstuhl heraus kann sie zwar alles wahrnehmen, doch nicht mit der Welt kommunizieren. Allerdings ist sie clever und kann alles begreifen. Deshalb fällt es auch dem jungen Dan gar nicht auf, dass er vor Jemma einen Mord gesteht. Denn schließlich kann sie es keinen mitteilen. Doch was passiert, wenn sich plötzlich doch eine Möglichkeit auftut? Schwebt Jemma nun in Gefahr oder kann sie sich noch rechtzeitig bemerkbar machen?

Die Schriftstellerin Penny Joelson hat mit diesem Werk ein unglaublich sensibles und mitfühlendes Thema aufgegriffen und es realistisch und mitreißend dargestellt.

Jemma ist die Protagonistin des Werks, denn aus ihrer Sicht werden die Erlebnisse beschrieben und bildlich dargestellt.
Doch darüber hinaus ist Jemma auch eine Heldin, denn sie leidet unter einer schweren Behinderung und kann sich nicht äußern. Sie ist gefangen im eigenen Körper, denn ihr Gehirn funktioniert einwandfrei. Sie kann sogar lesen und komplizierte Zusammenhänge begreifen, nur bleibt alles in ihrem Kopf.

Die Autorin schafft es hervorragend, dieses Dilemma aufs Papier zu bringen und dem Leser authentisch Jemmas Probleme zu verdeutlichen. Zusätzlich hat sie die Handlung mit einer spannenden Background-Geschichte verfeinert, die für ordentlich Dramatik sorgt. Immer schlummert die Gefahr im Hintergrund, die den Leser einfach zum Weiterlesen verführt.

Tragische Komponenten vervollständigt Penny Joelson durch Jemmas Familientragödie. Nicht nur, dass sie als Pflegetochter bei zwei wunderbaren Eltern gelandet ist, sie hat auch eine Zwillingsschwester, die sie erst kennenlernen muss. Das sorgt für viel Gefühlschaos und große Emotionen. Jemma muss sich vielen neuen Eindrücken stellen und diese auch begreifen.

Da die Autorin eine sehr lebendige und bildliche Erzählweise verwendet, fällt es dem Leser sehr leicht, sich in die Geschichte hineinzufinden. Besonders zu Jemma kann ein guter Bezug aufgebaut werden, da sie durch ihre Behinderung für viel Mitleid, aber auch Zuversicht sorgt.

Das Buch muss einfach gelesen werden!

Mein persönliches Fazit:
Mich hat das Buch richtig überrascht. Zunächst konnte ich mir nur schwer vorstellen, wie sich Jemma artikulieren würde, doch nach und nach wurde ich mit ihrer Person immer vertrauter. Sie ist eine richtige Heldin, denn sie gibt nicht auf und stellt sich allen Herausforderung. Sie ist unglaublich stark und selbstbewusst. Beweist, dass auch eine Behinderung einen Menschen nicht hindern kann, sich für andere einzusetzen und bedingungslos zu lieben.
Das Buch hat mir so manch eine Träne beschert, mich aber auch sehr positiv überrascht und überzeugt. An diese Geschichte werde ich noch lange denken. Außerdem hoffe ich sehr, dass diese Methode der Verständigung, die in diesem Buch vorgestellt worden ist, in Produktion geht und noch viel mehr Menschen die Möglichkeit gibt, sich damit auszudrücken und mitzuteilen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, dann besucht doch mal die Verlagsseite.
Ein Klick, der sich lohnt. Viel Freude.

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