[Rezension] Im Bann des Nordens - Bernd Römmelt

Gastrezension Buchrättin

Quelle: Verlagsseite
Verlag: Knesebeck
Gebunden Ausgabe mit 320 Seiten
Mit 240 farbigen Abbildungen
ISBN: 978-3-86873-988-6
Preis: € 49,95 (D)




Bewertet mit 5 von 5 Sternen




Es weckt Fernweh, Neugier, Entdeckerlust – und es bietet tolle Lesestunden, viele geniale Fotos

Wer gern im Bett Bücher liest, dieses Buch eignet sich leider nicht dafür. Es ist groß und schwer, aber es entführt den Leser und Betrachter mitten hinein in die eisigen Welten der Polarwelt. Es ist wie Träumen mit weit offenen Augen.
Wenn ich diese Fotos betrachte, spüre ich die Kälte, es fröstelt mich, das Eis, die Sonne, die Tiere, als Leser bin ich mit dabei.

Das ist das Geniale an einigen dieser Reiseberichte und Fotoalben. Ich sitze zu Hause im warmen, aber ich bin in meinem Kopf Kino dabei, irgendwo auf unserer wunderschönen Erde und entdecke die weit entfernten Gebiete.
Es weckt Fernweh, Neugier, Entdeckerlust – und es bietet tolle Lesestunden, viele geniale Fotos, Tierbegegnungen, atemberaubende Landschaften.

Ich denke, es geht einem vermutlich wie dem Autor. Wenn diese eisigen Gebiete einen erst einmal gepackt haben, lassen sie ihren eisigen Griff nicht mehr von einem- bisher hat es mich nur theoretisch gefesselt. Der Autor aber kehrt schon immer wieder zurück in die Kälte seit seiner ersten Reise, die er 1995 nach Alaska unternahm.
Beim Aufschlagen des Buches findet sich gleich eine Übersicht mit dem Inhaltsverzeichnis. Das Buch unterteilt sich in Themen wie Hundeschlitttenrennen, Island, Alaska, Schweden-Lappland, Finnland-Russland und einige Themen mehr.
Im Vorwort erklärt der Autor dem Leser wie er zu der Idee des Buches kam. Ich denke, es ist eine Art Passion für ihn. Die Dokumentation dieses unglaublichen und wundervollen Lebensraumes und diese Bücher, mit diesen grandiosen Fotos, die sensibilisieren Menschen auf der ganzen Welt für die Schönheit und auch die Schutzbedürftigkeit dieses Lebensraumes.

Nun beginnt das Buch. Der Autor beschreibt hier zu Beginn die Szene, wo er einen riesigen Moschusochsen fotographieren will. 
Was mir gefallen hat, diese Szenen sind ebenso intensiv geschrieben und man spürt die Leidenschaft , aber auch den Nervenkitzel der Szene. Nun die Fotos zu betrachten ist dadurch noch einmal etwas ganz Besonderes für mich als Leser und Betrachter.
Er spricht in seinen Texten auch den Umweltschutz an, die Industrie, die hier nach Bodenschätzen sucht. Das rüttelt auf, macht nachdenklich und auch deutlich, wie wichtig der Umweltschutz ist, für jeden von uns und für unsere Kinder und die die nach uns kommen, damit sie diese Landschaften, Tiere, Menschen auch in der Realität erleben können.

Was mir auch gefallen hat, er erzählt über die Landschaft, die Einwohner in diesen Ländern, Probleme mit der Industrie vor Ort und immer wieder die Schönheit, die Einzigartigkeit der Landschaften und ihrer Bewohner.
An die Texte schließen sich Seiten voller Fotos an. Fotos, die mich eintauchen lassen, wie ich es schon beschrieben habe.

Fotos, die nachdenklich machen. Diese Fotos fangen die Tiere in Momenten der Lebendigkeit ein und ich habe wirklich auch das Gefühl, sie sind vor mir, lebendig, nur für den Moment in der Bewegung eingefroren. 
Aber auch die Landschaften, mit ihrer Farbenvielfalt, wie Gemälde von der Natur gemalt- ich denke es sollten Kunstwerke für die Ewigkeit bleiben, nicht nur auf Papier. Und hier wird wohl jeder nachdenklich, was den Schutz unserer Umwelt betrifft, wie wichtig das ist.

Übrigens gilt dieses Einfangen der Bewegung, der Lebendigkeit auch für menschliche Bilder, wie die Fotos beim Hunderennen bestätigen werden.
Nach dem Zuklappen will ich am liebsten sofort auch los. Die Wildnis, die Natur, die Tiere, Menschen, die Kälte selbst erleben. Die Bilder des Nachthimmels mit den unzählbaren Sternen, die kunterbunten Polarlichter, die Farben des Herbstes in den Pflanzen- als Betrachter staunt man über die Schönheit dieser Länder.

Sehr gelungen fand ich auch den kleineren letzten Abschnitt. Hier stellt der Autor die Nenzen in den Mittelpunkt. Ein Volk, das im europäischen Teil von Russland lebt und im Nordwesten von Sibirien. Manche von ihnen ziehen noch halbnomadisch durch das Land. Aber auch ihre Lebensweise wird bedroht.
Es ist ein Bildband, der aufrüttelt. Er zeigt die Schönheit der Nordländer. Aber auch die Gefahren, durch Industrien, Umweltverschmutzungen und Klimawandel. Das letzte Kapitel beschäftigt sich noch einmal damit. Welche Auswirkungen der Klimaänderung gibt es in der Arktis? Welche Auswirkungen haben die Industrien? Ausblicke, was man tun kann.

Für alle Interessierten beschreibt der Autor nun noch, wie die Fotos entstanden. Er erzählt ein wenig aus dem Alltagsleben als Fotograf, er berichtet über die Technik, die er nutzt und wie er die Zukunft der Fotographie sieht.
Ein genialer Fotoband mit vielen Themen, Informationen, lebendigen Fotos und auch Anregungen zum Umweltschutz und besonders dem Schutz der Arktis. 
Es weckt Fernweh, Neugier, Entdeckerlust – und es bietet tolle Lesestunden, viele geniale Fotos, Tierbegegnungen, atemberaubende Landschaften.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, dann besucht doch mal
die Verlagsseite. Ein Klick, der sich lohnt. Viel Freude.

Vielen Dank Buchrättin, dass Du mich mit Deiner Gast-Rezension unterstützt.

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