[Rezension] Nichts wünsche ich mir mehr - Lena Hach

Jugendbuch


Quelle: Verlagsseite
Verlag: BELTZ
Paperback mit 206 Seiten
ISBN:978-3-407-82191-1
Erschienen:30.01.2017
Empfohlen ab 14 Jahren
Preis: € 12,95 (D) 





Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen



Die Diagnose „Alopezie“ bringt Kathas Welt mächtig ins Wanken, denn von einem Moment zum anderen verändert sich ihre ganze Sichtweise und sie muss lernen, ihr Schicksal anzunehmen. Doch der Weg dorthin gestaltet sich für die junge Schülerin sehr schwierig, denn nicht jeder begegnet ihr mit Toleranz und Akzeptanz. Doch vor allem stellt sich das Mädchen die Frage, wird sie jemals einen Freund finden, wenn sie komplett haarlos durchs Leben geht?

Lena Hach bringt mit ihrem neusten Werk „Nichts wünsche ich mir mehr“ ein schweres Thema zu Papier, welches sie herrlich in Szene setzt und trotz der Dramatik, mit viel Gefühl und Humor widergibt. Wer noch kein Buch von Lena Hach kennen sollte, muss sich unbedingt noch die Werke „Wanted. Ja. Nein. Vielleicht“ und „Zoom – alles entwickelt sich“ durchlesen. Diese beiden Jugendbücher zeigen deutlich, wie hervorragend die Autorin ihr Handwerk versteht und wecken das Interesse nach mehr!

Katha ist die junge Protagonistin des Werks und erzählt aus ihrer Perspektive die Erlebnisse. Dabei wirkt das Buch so jugendlich und authentisch, dass es ganz einfach ist, sich auf das Mädchen und ihre Probleme einzulassen.
Und Probleme hat sie wirklich genug, nicht nur dass sie lernen muss, mit ihrer Krankheit zurecht zu kommen, sie muss auch erkennen, mit welchen Vorurteilen ihr die Mitschüler gegenübertreten. Einige machen sich über sie lustig, andere geben unnütze Ratschläge, einige wünschen Katha einen schnellen Tod. Hauptsache nicht ohne Haare leben.

Lena Hach fängt die Szenerie herrlich lebendig ein und lässt die Kulisse und Katha realistisch erscheinen. Alles hat Hand und Fuß und durch die moderne und junge Ausdrucksweise ist es leicht, sich auf die Handlung zu konzentrieren.
Hier stimmt einfach das Gesamtkonzept, denn das Jugendbuch zeigt auf schockierende Art und Weise, wie Mitmenschen auf das Handicap reagieren, macht aber zeitgleich auch deutlich, wie viel Überwindung es die junge Protagonistin kostet, sich ohne ihre Haarpracht in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Glücklicherweise hat Katha ein paar starke Personen an ihrer Seite, die ihr stets zur Seite stehen. Zwei Freundinnen, ein großer Bruder, ein Junge, der ihr Herz zum Schlagen bringt und eine Mutter, die für ihre Tochter bis ans Ende der Welt gehen würde. Alle wünschen sich für Katha eine schöne Zukunft. Doch erst muss sie selbst erkennen, dass die Zukunft nicht von ihren Haaren, sondern von ihr selbst abhängt. 


Eine Geschichte, die Mut macht und den Leser begeistert.

Mein persönliches Fazit:
Nicht nur für Jugendliche ein Lesehighlight. Lena Hach findet einfach immer genau die richtigen Worte und erzeugt dadurch eine glaubwürdige Geschichte, die zum mitfiebern animiert. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten kaum noch aus der Hand legen, so sehr hat mich Kathas Schicksal bewegt und ich habe mit ihr mitgelitten und mich für sie gefreut. Denn die Schriftstellerin hat die traurige Basis mit einem humorvollen und lockeren Charakter kombiniert, die so für Herzlichkeit und positiver Energie sorgt. Außerdem wünscht der Leser sich automatisch, dass viel mehr Menschen dem Thema mit Respekt und Anstand begegnen würden. Deshalb gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung und die Vorfreude auf weitere Werke der begabten Autorin.


Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, dann schaut doch mal auf der Verlagsseite vorbei.
Ein Klick, der sich lohnt. Viel Spaß!

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