[Rezension] Please don´t hurt me - Jennifer Nannik

Die Entführung (Band 01)

Quelle: Verlagsseite
Taschenbuch: 196 Seiten
Verlag: Nova MD
ISBN: 978-3961112388
Empfohlen ab 18 Jahren
Erschienen am 14. April 2017
Preis: € 9,99 (D)



Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternen




Sunny Fider ist ein lebensfrohes, 18-jährigem Mädchen, dass sich nicht vorstellen kann, wie sich ihr Leben innerhalb weniger Augenblicke für immer verändern wird.
Während sie im Auto auf dem Parkplatz eines Supermarktes auf die Rückkehr ihrer Mutter wartet, wird sie von zwei unbekannten Männern entführt und betäubt. Als sie zu sich kommt, befindet sie sich in einem Keller, angekettet an eine Heizung, nur um kurz darauf festzustellen, dass sie den schlimmsten Albtraum erst noch vor sich hat.

"Please don't hurt me - Die Entführung" entspringt der Feder der deutschen Debüt-Autorin Jennifer Nanik, die mit diesem Teil den Auftakt zu einer Trilogie verfasst hat.

Da dieses Buch über viele Gewaltszenen, darunter auch sexuelle Handlungen, verfügt, sollte es nicht von Kindern oder Jugendlichen gelesen werden. Bei diesem Werk macht die FSK 18 - Kontrolle tatsächlich Sinn.

Die Geschichte beginnt direkt mit der Entführung von Sunny, die als Hauptperson im Mittelpunkt steht und aus ihrer Sicht die Erlebnisse schildert. Dabei wirkt Sunny sympathisch und nett, außerdem modern und authentisch. Sie beschreibt ihre Gedanken bildlich und lebendig, bringt ihre Gefühle gut zum Ausdruck und bleibt dabei reflektiert und überlegt. Obwohl ihre Situation menschenunwürdig ist, bleibt sie stark und ihrem Alter entsprechend realistisch.

Spannend und grausam gestaltet sich der Handlungsstrang. Nachdem es praktisch direkt in die Vollen geht und der Leser von Anfang an mit der Brutalität der Geschichte konfrontiert wird, bleibt nur wenig Zeit zum Durchatmen. Eine dramatische Aktion folgt auf die nächste und mit zunehmender Seitenzahl nimmt auch die Intensität an Gewalt zu. Wenn die kleinen Logikfehler nicht wären, könnte der Leser sich genau jetzt zurücklehnen und die fesselnde Erzählung genießen. Doch leider muss ich genau an dieser Stelle einen kleinen Cut machen und auch auf die Mankos hinweisen.

Von diesen kleinen Fehlern gibt es einige, die den Lesefluss und die Freude ein wenig zügeln. Die Autorin hat immer wieder kleine Sinnfehler in den Beschreibungen, die mich während des Lesens gestört haben. Ohne genau auf diese einzugehen, möchte ich dennoch eine kurze Erklärung abliefern. Marc, einer der Entführer, hat z.B. sein ganzes Leben im Keller verbracht, hat aber das Nähen von Wunden bei der Bundeswehr gelernt? In solchen Momenten schleicht sich schnell das Gefühl ein, dass die Schriftstellerin sich nur wenig Gedanken zu ihren Charakteren gemacht hat. Es gibt noch ein paar weitere Beispiele, die ich aber nicht alle aufzählen möchte, nur spiegeln diese kleinen Fehler auch den Rest der Handlung wieder.

Jennifer Nanik hat außerdem vor dem ersten Druck des Buches, welches ich hier vorliegen habe, noch keine Rückmeldung vom Lektorat erhalten. Das hat mich zusätzlich gestört, denn die 1. Ausgabe sprüht nur vor Rechtschreib-, Komma- und Zeitfehlern. Das schmälert die Lesefreude zusätzlich. Ich hoffe einfach, dass diese Fehler mit der nächsten Überarbeitung verschwunden sind.

Guter Plot, interessant erzählt, nur die Charaktere bleiben farblos.

Mein persönliches Fazit:
Das Buch ist okay, mehr aber leider auch nicht. Die Handlung fühlt sich unüberlegt und teilweise übertrieben an, die Protagonisten bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück und der Spannungsbogen wir künstlich in die Länge gezogen. Da die Autorin aber sehr kritikfähig ist und mich durch ihre sympathische Art überzeugt hat, gebe ich dem Werk dennoch eine Chance und hoffe, dass die 2. Überarbeitung wesentlich besser ausfallen wird und die Fortsetzung über mehr Glaubwürdigkeit verfügt.
Leser, die auf extreme Gewaltszenen stehen, werden sich hier mit Sicherheit sehr wohl fühlen.

Wenn ihr mehr über das Buch oder die Autorin erfahren wollt,
dann besucht doch mal die Autorenseite.
Dort erhaltet ihr auch die Infos,
wann es mit Sunny weitergehen wird...

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