[Rezension] Die Schande der Lebenden - Mark Billingham

Roman


Verlag: Atrium Verlag
Übersetzt von Joachim Körber
Gebundene Ausgabe mit 448 Seiten
Preis: € 19,99 (D)
ISBN: 978-3-85535-010-0
Erschienen im August 2016




Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen



Jeden Montag trifft sich die Therapiegruppe um den Therapeuten Tony in seinem Haus und versucht einen Weg zu finden, ohne Sucht durchs Leben zu kommen. Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Nur selten gibt es einen Wechsel der Teilnehmer. Doch an diesem Montag kommt Caroline neu in die Gruppe und wird nicht unbedingt herzlich empfangen. Doch ganz langsam gewöhnen sie sich alle aneinander. Bis zu dem Tag, als einer aus der Gruppe ermordet wird. Gibt es vielleicht jemanden, der ein falsches Spiel spielt?
Jedenfalls stehen die Gruppe und der Therapeut sehr schnell im Fokus der ermittelnden Beamten.

Wer ist der Täter und welches Motiv könnte der Auslöser gewesen sein?
Die spannende Suche nach Möglichkeiten beginnt und nimmt den Leser von der ersten Minute an gefangen. Denn die Geschichte ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern deckt regelmäßig neue Überraschungen und Wendungen auf.

Mark Billinghams neustes Werk „Die Schande der Lebenden“ ist eine weitere Erzählung, die nicht nur perfekt und gut durchdacht, sondern auch intensiv und packend beschrieben wurde.

Der Autor hat durch seine kleinen Feinheiten Wechsel innerhalb der zeitlichen Abfolge ermöglicht, die nur während des Lesens auffallen. So berichtet er ab und an vom Jetzt oder vom Damals. So lässt er beide Handlungsstränge parallel entstehen und offenbart ganz langsam alle nötigen Details. Doch das geht nur langsam vonstatten. Zu Beginn ahnt der Leser noch nicht einmal, wie sich alles entwickeln könnte, denn erst nach gut 100 Seiten steht fest, wer das eigentliche Opfer ist.

Interessant ist auch der Aufbau der Charaktere. Obwohl sie einiges von sich preisgeben, bleiben immer Fragen offen. Nur portionsweise werden sie vorgestellt und entpuppen sich als die, die sie tatsächlich sind. Dabei wirken sie alle sehr authentisch und glaubwürdig. Auch die Polizistin, die versucht dem wahren Täter auf die Spur zu kommen, ist realistisch und lebendig. Sie ist ein Mensch mit vielen Ecken und Kanten und wirkt dadurch weder aufgesetzt noch übertrieben. Sondern vielmehr wie eine Person, die es tatsächlich geben könnte. Zusätzlich verbindet der Schriftsteller die dramatische Handlung stets mit etwas Privaten und ermöglicht so vielschichtige Gedankengänge. Es wird emotional und tiefschürfend.

Da die Protagonisten so bildlich erscheinen, fällt es ganz leicht, sich die Gruppe vorzustellen und sich ihrer Probleme anzunehmen. Die Suchtbewältigung ist dabei ein großer Faktor, doch auch das Fehlen von Freundschaften und sozialen Kontakten kommt dabei deutlich auf den Tisch. Dadurch ist es einfach, sich in die Handlung einzufinden und sich auf die Erlebnisse einzulassen.


Schon wieder ein Roman von Billingham, der mich überzeugt hat!

Mein persönliches Fazit:
Zu Beginn wollte ich nur einen kurzen Blick in die Handlung werfen und mich dann erst einem anderen Buch widmen, doch schon nach wenigen Seiten musste ich einfach wissen, wie es weitergehen wird. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an begeistert und an die Geschehnisse gefesselt. Mark Billingham beschreibt seinen Roman so ergreifend und komplex, dass alles Hand und Fuß hat und so von A bis Z überzeugt. Bei dem Werk spürt der Leser richtig, dass der Autor sich ausgiebig mit seinen Vorgaben beschäftigt und eine glaubwürdige Kulisse kreiert hat.  Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.


Weitere Informationen über das Buch erhaltet ihr auch auf der Verlagsseite.

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