[Rezension] Cache - Marlene Röder

Jugendbuch


Verlag: FISCHER KJB
Herausgegeben von Tilman Spreckelsen
Gebundene Ausgabe mit 256 Seiten
ISBN: 978-3-7373-4026-7
Erscheint am 28. Juli 2016
Empfohlen ab 14 Jahren
Preis: € 14,99 (D)




Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen


Der 16-jährige Max liebt die türkischstämmige Leyla aufrichtig. Während der Ferien ist er mit seiner Schwimmmannschaft verreist, doch die ganze Zeit denkt er an seine Freundin. Als Liebesbeweis kauft er für sie beide ein Schloss mit ihren Namen, welches er nach seiner Rückkehr gemeinsam mit ihr an einer Brücke befestigen möchte. Doch als Max zurückkehrt, muss er feststellen, dass Leyla sich mehr Gedanken über den mysteriösen Red macht, der mit ihnen beiden seit ein paar Wochen regelmäßig Geo-Chaches unternimmt.
Als Leyla und Max endlich ein paar Minuten für sich alleine sind, erhalten sie beide eine Nachricht von Red, der sie zu einem ganz persönlichen Cache auffordert. Damit beginnt die Suche nach Red und die unfreiwillige Offenbarung Leylas über die Zeit, die Max im Schwimmcamp verbracht hat…

Cache“ ist ein weiterer Roman, der beim Fischer Verlag unter der Rubrik ‚Die Bücher mit dem blauen Band‘ erschienen ist. Dieser Jugendroman entspringt der Feder von Marlene Röder, die in dieser Geschichte die Protagonisten Max, Leyla und Red zum Leben erweckt.


Zwar wird die Handlung aus der Erzählperspektive beschrieben, dennoch liegt der Fokus abwechselnd auf Max oder Leyla, die dadurch zur Hauptfigur des Geschehens werden.

Max entstammt reichen Verhältnissen und ist wohlbehütet aufgewachsen. Seit Jahren schwimmt er und darin liegt seine ganze Freude. Doch er liebt Leyla und träumt bereits von einem gemeinsamen Urlaub im kommenden Sommer.
Leyla ist seit langem in Max verliebt, doch erst seit etwa einem Jahr mit ihm zusammen. Ihr Leben ist nicht immer so einfach, erst kürzlich ist ihre geliebte Großmutter gestorben und sie muss sich mit um ihre jüngere Schwester kümmern. Von Max fühlt sie sich manchmal missverstanden, weshalb sie auf die Worte von Red so leicht und intensiv reagiert.
Red ist das große Fragezeichen in der Handlung, denn über den jungen Mann erfährt nur Stück für Stück nähere Informationen. Früh vom Vater im Stich gelassen, sucht er sich einen eigenen Weg durchs Leben, dabei nimmt er wenig Rücksicht auf andere Personen. Doch kann er sich ändern und ist er vielleicht der richtige Partner an Leylas Seite?

Die Handlung baut sich logisch und leicht verständlich auf. Regelmäßig macht der Leser gemeinsam mit Leyla einen kurzen Sprung in die Vergangenheit und beschreibt ein paar Erlebnisse, die sich er kürzlich zugetragen haben. Dinge, die vor Max Rückkehr geschehen sind. Das bringt viele aufregende, aber auch traurige Details ans Licht.

Marlene Röder verwendet bei ihrem Werk eine bildliche Ausdrucksweise. Obwohl alles um die drei Protagonisten recht unwirklich erscheint, hat der Leser dennoch das Gefühl, alles hautnah mitzuerleben. Die Suche bei den Caches führt durch ganz Berlin, was der Kulisse viel Potenzial verleiht. Die Familien der drei Jugendlichen werden zwar kurz vorgestellt, erhalten aber nur wenig Raum, sich zu entwickeln. Das ist aber auch nicht notwendig, denn die eigentliche Geschichte wird auf den gut 250 Seiten erzählt und fühlt sich einfach vollständig an.


Überraschend, dramatisch und erschreckend!

Mein persönliches Fazit:
In jedem Roman, den ich lese, gibt es meistens eine Person, die ich am meisten mag, mit der ich mitfiebere und mit der ich mich identifizieren kann. In diesem Werk ist es der junge Max, dessen Schicksal mir einfach nicht aus dem Kopf gehen will. Er kommt nach Hause und muss sich mit Dingen beschäftigen, die er nicht hat kommen sehen. Er tat mir unglaublich leid und ich habe mit ihm mitgefühlt. Zeitgleich habe ich aber auch Leyla verstanden, die sich ihrer Liebe zu Max unsicher war und von Red verstanden fühlte. Nur dadurch hat sie sich überhaupt auf das gefährliche Spiel mit dem Unbekannten eingelassen.

Wer ein Buch mit großem Happy-End und Lovestory erwartet, sollte von diesem die Finger lassen. Alle anderen, die miterleben wollen, was durch zu wenig Vertrauen, zu wenig Kommunikation, passiert, dürfen hier bedenkenlos zugreifen. Denn diese Geschichte ist vielschichtig, tragisch und voller Gefühl. Mich hat das Buch noch lange nach dem ich es beendet hatte, beschäftigt und ich wünsche mir, dass es noch ganz viele weitere, begeisterte Leser finden wird.


Weitere Informationen über das Buch findet ihr auch auf der Verlagsseite.

Kommentare

  1. Huhu!

    Seh ich das richtig, es gibt wieder einmal ein Buch, in dem es um Geocaching geht? Also diese Suche mit GPS-Geräten nach Tupperdosen? Ich geb zu, ich sollte zwar eigentlich eher Bücher für meine Arbeit über den CO2 Sensor suchen, aber das klappt grad nur mäßig gut - es macht viel mehr Spaß, die Wuli wieder anzufüllen :D.

    Liebe Grüße
    Marie

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