[Rezension] True Love Blue - Ann MacRose

Roman

Verlag: Sieben Verlag
Erschienen im April 2016
Broschiert Ausgabe mit 280 Seiten
ISBN: 978-3864435997
Preis: € 12,90 (D)




Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen


Gleich an ihrem ersten Abend, als sie Graham sieht, fühlt sich Colleen zu dem smarten Mann hingezogen. Seine Ausstrahlung geht ihr regelrecht unter die Haut. Doch kurz darauf geschieht ein Unglück und Colleen muss flüchten, vor der Polizei, die sie als Mordverdächtige sucht. Sie soll ihren Mann Donald umgebracht haben. Gemeinsam mit Graham beginnt sie, die Suche nach den wahren Tätern aufzunehmen und kommt dem Schotten dabei immer näher.

Das Debüt von Autorin Ann MacRose "True Love Blue" beschäftigt sich gleichzeitig mit zwei Geschichten, die vom Aufbau her sehr unterschiedlich sind.


Seit Jahren lese ich nun schon Debüts, auf die ich durch die LovelyBooks - Aktion aufmerksam geworden bin. So habe ich auch dieses Buch in den Vorschlägen entdeckt und mich sofort darauf gestürzte, denn das Cover hat mich regelrecht in seinen Bann geschlagen. Doch während des Lesens kam schnell die Ernüchterung, denn nicht jedes Debüt ist gleich ein Verkaufsschlager. Doch nicht zu viel vorweg, erst möchte ich noch ein wenig auf die Erzählung eingehen:

Gleich zu Beginn fällt schon auf, dass diese Geschichte sich aus zwei Handlungen zusammensetzt. Eine Seite beschäftigt sich mit Graham und Colleen im 21. Jahrhundert, die andere mit der Sklavin Brianna im 18. Jahrhundert. Die einzige, anfängliche Gemeinsamkeit ist der Schauplatz, denn beide Handlungen spielen in Schottland, Nähe der Stadt Culloden, die vielen Schottland- und Diana Gabaldon-Fans durchaus bekannt sein dürfte.

Zu der Geschichte im 21. Jahrhundert möchte ich gleich vorweg anmerken, dass mich dieser Teil überhaupt nicht begeistern konnte. Bereits nach einem guten Viertel des Buches ist so viel geschehen, dass das für ein eigenes Buch ausgereicht hätte. Doch die Schriftstellerin hat versucht, so viele Informationen und Geschehnisse zusammenzufügen, dass sie die Emotionen und Entwicklungen nur schwer zu Papier bringen konnte. Hier hätte sie sich ein wenig mehr Zeit lassen sollen und ihren Protagonisten Raum.
Graham und Colleen sind mir dabei viel zu blass erschienen, ihre Charaktere blieben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Weder konnten sie mich begeistern, noch habe ich einen guten Zugang gefunden. Schade, denn hier liegt so viel Potenzial.

Dann zum zweiten Handlungsstrang und Brianna, die im 18. Jahrhundert als Sklavin verkauft wird. Dieser Teil ist spannend, dramatisch und fesselnd. In diesem Bereich konnte mich die Jungautorin richtig verzaubern, denn ich habe vom erstem Moment an mit der jungen Frau mitgelitten. Diese Szenen sind so bildlich, dass sich ein wunderbarer Lesefluss einstellt.

Im Verlauf der Geschichte werden beide Jahrhunderte zu einer gemeinsamen Handlung zusammengefügt. Diese Idee ist interessant und wohl durchdacht, was dem Ganzen ordentlich Dynamik verschafft. Zusätzlich wird durch dieses Vorgehen ein wenig Magie versprüht, das den Leser wieder an Romantik und Zeitreisen glauben lässt.
Zuvor wurde der Geschichte mittels kurzer Kapitel und dem steten Wechsel zwischen den beiden Zeitepochen viel Schwung vermittelt. Dadurch lässt sich das Buch trotz des ein oder anderen Defizits schnell und flüssig lesen. Außerdem sorgt Ann McRose durch viele schottische Begriffe und einer Reise durch das Highland für ein authentisches Flair, das eine gute und ausdrucksstarke Kulisse offenbart.


Ein Debüt, das für gemischte Gefühle sorgt!

Mein persönliches Fazit:
Nicht alles an dem Werk ist schlecht, aber genauso wenig ist alles gut. Das Buch ist ein klassisches Werk für Zwischendurch, was sich leicht lesen lässt, doch nach dem Beenden nur kurz im Gedächtnis verweilt.
Mich konnte es nicht berühren. Außer Brianna, die mich zeitweise gut unterhalten hat, blieben die anderen Charaktere farblos. Auch diese viel zu schnell entwickelten Gefühle zwischen Colleen und Graham sind mir zu wenig gewesen, als dass ich mich für sie hätte freuen können. Deshalb tut es mir sehr leid, doch ich kann dem Buch nur ganz schwache 3 von 5 Sternen geben. Ich hoffe aber sehr, dass es andere begeisterte Leser gewinnen wird und wünsche mir selbst weitere Werke der Debüt-Autorin.


Weitere Informationen zu dem Buch findet ihr auch auf der Verlagsseite vom Sieben-Verlag.

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