[Rezension] YOU - Caroline Kepnes

Du wirst mich lieben


Verlag: Egmont-INK
Buchform: broschiert
ISBN: 978-3-86396-079-7
Preis: € 14,99



Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen


Vom ersten Moment an ist Joe Goldberg ist Beck verliebt. In dem Augenblick, als sie seine Buchhandlung betritt, ist es um ihn geschehen. Eines weiß er sofort mit Sicherheit, sie wird ihn eines Tages lieben und vermissen. Doch bis dahin scheint es noch eine Menge Arbeit zu sein.
Joes eigenes Leben kehrt in den Hintergrund und nur noch Beck ist präsent. Seine Freizeit verbringt er vor ihrem Fenster, heimlich liest er ihre Emails und lernt die Menschen in ihrem Umfeld kennen. Er stalkt sie. Und mit jedem Tag verliebt er sich ein wenig mehr. Wären dort nur nicht die Menschen, die ihn von ihr fernhalten würden.

„You – Du wirst mich lieben“ erinnert eher an einen Psycho-Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite die Gedanken eines Besessenen darstellt und so den Leser fesselt und fast schon pervers fasziniert.

Aus Sicht von Joe wird die Geschichte dargestellt. Seine Ideen und Erlebnisse werden mittels bildlicher und komplexer Worte in einer aufregenden und mitreißenden Art und Weise beschrieben. Normalerweise hat der Leser eher wenig für den Bösewicht übrig, doch in diesem Werk schafft es Autorin Caroline Kepnes mühelos, dem Stalker ein Gesicht zu geben, das für Ausdruck und Sympathie steht. Das ganze weckt einen Gewissenskonflikt, der sich am besten durch Weiterlesen bewältigen lässt.

Immer wieder verstrickt sie den Protagonisten in gefährliche, aber auch überraschende Wendungen, die für Hoffnung, Dramatik und Spannung sorgen. Andauernd werden neue Möglichkeiten eröffnet, die viel Raum für Spekulationen lassen. Nichts scheint offensichtlich und mit fortschreitender Seitenzahl werden weitere Geheimnisse offenbart.

Der Protagonist selbst wird dabei sehr lebendig und authentisch dargestellt. Er lebt für Bücher und kennt sich in den Werken sicher aus. Obwohl er nie ein College besucht hat, ist er aufgeschlossen und intelligent. Problemlos kann er mit den studierten Freunden von Beck mithalten. Es ist unterhaltsam, seine Gedanken mitzuerleben, denn viele Situationen werden sehr umfangreich erzählt. Auch seine intime Art mit Beck zu kommunizieren, wird in ein hervorragendes Licht gestellt. Häufig spricht Joe in einer sehr rauen Weise, so dass gerade die erotischen Begebenheiten sehr robust und vulgär wirken. Das passt aber verstörend gut zu dem Mann, der vor sich selbst kein Blatt vor den Mund nimmt.

Fazit: Wer sich also auf diese Geschichte einlässt, muss zunächst wissen, dass hier der Böse im Mittelpunkt steht. Immer wieder werden in dieser Geschichte Sympathien für den Stalker geweckt, der eigentlich die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Dennoch ist es reizvoll, genau diese Handlungen mit zu verfolgen und sich auf Joe einzulassen. Zwar gibt es zwischendurch immer mal wieder Passagen, die etwas ermüdend wirken, doch im Großen und Ganzen liest sich das Buch leicht und locker. Deshalb kann ich diesen Roman den erwachsenen Lesern gerne empfehlen.

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