[Rezension] Liebe ist was für Idioten. Wie mich - Sabine Schoder

Roman


Verlag: Fischer KJB
Paperback mit 352 Seiten
Preis € 12,99 (D)
ISBN: 978-3-7335-0151-8



Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen


Liebe ist nichts für Viki. Das musste die gerade 17-jährige auch schon schwer feststellen, nachdem sie vor zehn Jahren ihre Mutter an den Krebs und ihren Vater an den Alkohol verloren hatte. Heute lebt sie recht selbstständig und genießt ihren kleinen, aber feinen Freundeskreis. Bis sie Jay kennenlernt.
Jay ist Musiker und Gitarrist in der Schulband. Er ist überheblich, angeberisch und weiß genau, wie er die Mädchen reihenweise abschleppt. Aber nicht mit Viki, oder vielleicht doch? Irgendwie erwacht sie nach einer durchzechten Nacht in Jays Bett. Dabei wollte sie nie so eine sein, schließlich kann sie den Jungen noch nicht einmal leiden.

„Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ ist das Debüt der österreichischen Autorin Sabine Schoder, die mit herzlichen und ergreifenden Worten eine tragische und bewegende Geschichte beschreibt, die unter die Haut geht und den Leser einfach nicht mehr loslässt.

Im Mittelpunkt steht die junge Viki, die es im Leben nicht leicht hat. Sie hat schon ein paar harte Schicksalsschläge hinnehmen müssen, was sie allerdings nur noch stärker gemacht hat. Sie nimmt alles mit einer ordentlichen Prise Humor hin. Zu ihrer besten Freundin Mel hat sie ein inniges und familiäres Verhältnis. Sie erzählen sich fast alles und Viki ist froh, dort ein zweites zu Hause gefunden zu haben. Dann lernt sie jedoch Jay kennen und kommt dem Jungen immer näher. Doch schnell erkennt sie, dass er etwas vor ihr verheimlicht. Kann sie ihm dennoch vertrauen?

Wer das Cover sieht, erwartet hier mit Sicherheit einen lockeren, leichten und amüsanten Jugendroman, doch damit hat sich der Leser vollkommen getäuscht, denn die Geschichte ist unglaublich tragisch und traurig. Während Viki ihre Vergangenheit bewältigen muss, hat sie auch mit der Gegenwart zu kämpfen. Durch Jay wird sie erneut in ein Gefühlschaos gerissen, dass sie zu zerbrechen scheint. Doch eigentlich ist es genau das, was sie benötigt. Diese Wandlung mitzuerleben ist aufregend und fesselnd.

Auch die Liebesbeziehung zwischen Jay und ihr wirkt aufrichtig und authentisch. Jay ist genau der Mensch, den Viki in ihrem Leben braucht. Durch ihn und seine Eltern kommt die junge Frau ein wenig aus dem Schneckenhaus und offenbart mehr Lebendigkeit. Das wird allerdings erst im Verlauf des Buches deutlich. Denn nur ganz langsam wird die Veränderung deutlich.

Die Handlung selbst ist bildlich, hoffnungsvoll und romantisch gestaltet. Mit einfachen und verständlichen Worten wird die Geschichte in ein ganz besonderes Licht gehoben. Es ist regelrecht zu spüren, wie viel Herzblut die Autorin in die Erzählung gesteckt hat. Sie lässt die Charaktere realistisch erscheinen und bringt den Leser dazu mit zu fiebern und zu bangen.

Fazit: Wer sich auf diesen Roman einlässt, wird auf jeden Fall ein Taschentuch benötigen. Zum Schluss wird es noch einmal richtig dramatisch, so dass es wirklich schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen und die Geschichte zu beenden. Für mich hätte das Buch auch noch 200 Seiten mehr haben dürfen, denn ich hätte liebend gern noch mehr über Viki und Jay gelesen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und eine große Vorfreude auf weitere Werke dieser talentierten Debütautorin.

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