[Rezension] Verloren ohne dich - Jana Martens

Quelle: Verlagsseite


Verlag: bookshouse
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Erschienen: Dezember 2014




Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen


Lucas hat seine Eltern schon in sehr jungen Jahren verloren und wurde kurz darauf von der Familie Patton adoptiert. Allerdings wird er von dieser Familie weder akzeptiert noch toleriert. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Lucas ist inzwischen volljährig, dennoch muss er für seinen Stiefvater Franklin den ganzen Tag buckeln. Auch die Schule haben sie ihm verweigert, so dass er bis heute weder lesen noch schreiben kann. Regelmäßig wird er von Franklin und seiner Frau Susanne misshandelt, in dem sie ihn schlagen, Essen verweigern oder im Keller einschließen.

Eines Tages lernt Lucas seinen Nachbarn Ben kennen, der ihn sofort begeistert. Er kann den Blick kaum von dem charmanten und attraktiven Mann lassen. Nach und nach lernen sie sich immer besser kennen und verlieben sich letztendlich ineinander. Doch das ist erst der Anfang, denn auf die beide warten noch viele Geheimnisse und Überraschungen. Werden sie gemeinsam einen Weg aus Lucas Misere finden und hat ihre junge Liebe unter diesen Umständen eine reelle Chance?

Ein sehr vielschichtiger Roman,
der sich nur schwer in eine Schublade stecken lässt.

In dieser Geschichte dreht sich Vordergründig alles um Lucas und sein Martyrium. Bereits nach dem ersten Kapitel ist jedem Leser klar, wie grausam seine Welt ist. Ständig wird er verprügelt und muss sich dem Willen seiner Adoptiveltern beugen. Doch schon kurz darauf wird auch Ben in die Handlung integriert, der seine eigenen Probleme mitbringt. Er ist ein Fotomodell und besonders bei der weiblichen Bevölkerung sehr beliebt. Dabei ist er schwul, hat sich aber noch nicht geoutet. Ständig begleitet ihn die Angst, was passieren könnte, wenn seine Orientierung öffentlich wird. Als nächstes wird auch noch die kriminalistische Geschichte um Lucas Hintergrund beleuchtet, die ganz langsam Spannung aufbaut und bis zum Schluss hin zu einem wahren Thriller mutiert. Also wird hier nicht nur Gay-Romance, sondern auch viel Dramatik und Aufregung geboten.

Mittels einer einfachen Ausdrucksweise und verständlicher Worte ist es leicht, sich auf die Handlung und ihre Charaktere einzulassen. Lucas und Ben sind beide sehr sympathisch, was beim Lesen für eine gewisse Leichtigkeit sorgt. Lucas, schüchtern, zurückhaltend und  unerfahren bietet den perfekten Kontrast zu Ben, der attraktiv, forsch und impulsiv ist. Gemeinsam bilden sie ein herzliches Paar, das überzeugt und für interessante Lesestunden steht.

Die erotischen Handlungen werden sehr ästhetisch und stilvoll beschrieben. Zu keiner Zeit wirken die Erzählungen unglaubwürdig. Dennoch ist der Erzählstil an manchen Passagen ein wenig unbeholfen. Ab und an liest sich die Geschichte etwas holprig, teilweise etwas überhastet und sprunghaft. Dennoch ist die Idee dahinter gut und fesselnd umgesetzt worden. Wer also über diese kleinen Mängel hinwegsehen kann, wird sich hier ideal aufgehoben fühlen.

Also insgesamt bietet das Buch leichten und flüssigen Lesestoff, der für gute Unterhaltung sorgt. Ben und Lucas sind zwei ideale Charaktere, die Handlung ist ausreichend durchdacht und die Gefühle der Protagonisten wurden lebendig in Szene gesetzt. Es fällt leicht, sich in Lucas Welt hineinzuversetzen und seine Gedanken mitzuerleben. Alles in allem ein Roman, den ich bedenkenlos empfehlen kann.

Mehr über das Buch erfahrt ihr auch auf der Verlagsseite.
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