[Rezension] Heißkalter Mamor - Kim Henry


Verlag: Sieben Verlag
Erschienen: März 2015
Broschierte Ausgabe
ISBN: 978-3-864434-94-5
Preis: € 14,90 (D) Buch



Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen


Vianne Lambert ist eine französische Hebamme und Mitarbeiterin eines Teams von Ärzte ohne Grenzen, das derzeitig in Turkmenistan aktiv ist. Doch die Zustände in dem Land bringen die Frau regelmäßig zum Nachdenken, denn wer in diesem Land nichts wert ist, erhält auch keine medizinische Versorgung. Und wer von Wert ist, bestimmt ein Präsident, der sich selbst im Reichtum suhlt.

Als Vianne Zeugin eines Anschlags wird, ist damit praktisch ihre Zukunft besiegelt, denn sie eilt dem verwundeten Mann zur Hilfe, ohne zu ahnen, dass Aleksey ein gerade erst entlassener Häftling ist. Sie ist aber bereit, gegen jeden Verstand und aller Vernunft Aleksey zu helfen und ihn zu behandeln. Spätestens ab diesem Moment ist sie selbst zu einer Zielscheibe geworden und muss um ihr eigenes Leben fürchten. An der Seite des verwundeten Mannes muss sie kämpfen und flüchten – und verliebt sich dabei in den mysteriösen Menschen, der so viele Geheimnisse in sich birgt.

Spannend, aufregend und voller Gefühl!

Ein hinreißender Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite für beste Unterhaltung sorgt und sich nur mit Mühe aus der Hand legen lässt.

Aus der Feder des Autorenduos Corinna Vexborg und Nicole Wellemin, die unter dem Pseudonym Kim Henry seit 2011 gemeinsam Bücher verfassen, entstammt dieser gelungene Roman, der sich mit einem sehr heiklen Thema beschäftigt.
In diesem Buch geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern vielmehr auch um die Umstände in einem Land, das nur so vor Prunk strotzt; dabei aber seine Bürger vergisst und sie gnadenlos sich selbst überlässt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Hebamme Vianne, die zwischen den Fronten kämpft und ihr Leben damit aufs Spiel setzt. Sie ist mutig und beherzt, und sie ist eine Frau, die das Gute in Aleksey erkennt. Sie ist eine positive Figur, in einer dunklen und düsteren Welt; ein Lichtblick. Angetrieben von ihren Gefühlen für Aleksey ist sie bereit, alle Tortouren auf sich zu nehmen.
Aleksey ist sich seiner Person noch nicht ganz sicher. Erst vor wenigen Tagen aus dem Gefängnis entlassen, muss er erst wieder seinen Platz finden. Zu stark sind die Erinnerungen an das Martyrium, dass er während der Haft hat erleiden müssen. Doch in Vianne erkennt er einen Menschen, der das Beste aus ihm herausholt. Er liebt sie bedingungslos, was ihn authentisch und sympathisch erscheinen lässt. Zusammen bilden sie ein herzliches Paar, das für Leidenschaft, aber auch Dramatik steht.

Die Geschichte baut sich langsam auf, obwohl der Leser gleich in den Klinikalltag von Vianne einsteigt und kurz danach den Schusswechsel auf Aleksey miterlebt. Die beiden Protagonisten sind von Anfang an im Geschehen mit inbegriffen und lassen den Leser mit fiebern. Während der ganzen Zeit wird der Spannungsbogen sehr hoch gehalten und es ist ganz einfach, sich auf die lebendige und atemberaubende Handlung einzulassen. Nicht zuletzt überzeugt das Buch auch durch seine sehr bildlichen und detaillierten Beschreibungen über ein Land, das dem Leser vielleicht bis dato fast unbekannt war. Die Lebensumstände vor Ort entstammen leider nicht der Fantasie der Autorinnen, sondern sind grausame Realität, so dass das Werk gleich noch viel erbarmungsloser und drastischer erscheint.

Fazit: „Heißkalter Mamor“ überzeugt durch das Gesamtkonzept, was hier einfach perfekt aufgeht. Die Charaktere sind stimmig und die Geschichte so ergreifend, dass es schwer fällt, sich davon zu lösen. Die ganze Zeit über muss der Leser mit Vianne und Aleksey bangen und hoffen. Die Erzählung erschüttert bis ins Mark und wird kaum ein Herz kalt lassen. Für diesen leidenschaftlichen, romantischen und unglaublich dramatischen Roman kann ich nur eine große Leseempfehlung aussprechen. Vielen Dank.

Mehr Informationen über das Buch findet ihr auch auf der Verlagsseite.

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