Sieh mich an - Natasha Friend ****


Verlag: Carlsen
Softcover mit 352 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-31266-2



Alexa ist hübsch und ist unglaublich beliebt. Das soll ihr Sommer werden, denn die Junior-Highschool liegt nun hinter ihr und sie will nun zusammen mit ihrer besten Freundin Taylor durchstarten. Auch auf die schöne Zeit mit ihrem Freund Ryan freut sie sich sehr. Bis es auf einer Feier zu einer Katastrophe kommt.
Alexa entdeckt Taylor und Ryan in einer eindeutigen Pose und flüchtet aus dem Haus. Taylors Bruder bietet ihr an, sie nach Hause zu fahren, doch dort kommen sie nie an. Während der Fahrt passiert ein schrecklicher Unfall, Alexa wird durch die Frontscheibe des Wagens geschleudert und erleidet schlimmste Gesichtsverletzungen.
Fortan ist sie nicht mehr die Hübsche, sondern muss lernen was es heißt, ohne Freunde, ohne Schönheit und ohne Sicherheiten im Leben zu bestehen.

Ein Buch, das tief unter die Haut geht und schmerzlich bewegt.

Im Mittelpunkt steht Alexa, die eigentlich nur Lexi genannt wird. Sie erzählt aus ihrer Sicht die Erlebnisse des Sommers, der sie veränderte. Immer wieder taucht sie dabei auch in die Vergangenheit ein, in eine Zeit, als noch alles rosig war. Sie berichtet von der Gegenwart, von ihren Träumen und von den Ängsten. Sie hat ihre Zuversicht verloren und muss erst tief fallen, bis sie endlich begreift, dass sie selbst der Schlüssel für die Zukunft ist.

Mit einer unglaublich einfühlsamen Art beschreibt Autorin Natasha Friend die Geschichte eines Mädchens, das über sich hinaus wachsen muss. Mit vielen melodramatischen Ereignissen und vielen traurigen Momenten muss der Leser praktisch zum Taschentuch greifen, denn so deprimierend, zeitgleich aber auch so fesselnd ist die Handlung.

Die Geschichte baut sich nachvollziehbar auf und es ist einfach, Alexa ins Herz zu schließen. Sie ist ein interessanter Mensch, der im Verlauf der Handlung erkennt, dass es nicht auf Schönheit oder Schönheitsideale ankommt. Genauso wie sie selbst, erlebt auch der Leser diese Veränderung und muss sich selbst einmal hinterfragen, wie er seine Umwelt wahrnimmt.

Das Buch könnte fast perfekt sein, wenn nicht Alexas Art ab und an ein wenig nervig wirkt. Natürlich ist sie vom Leben gezeichnet und hat kein Vertrauen in ihre Freunde. Doch sie fühlt sich in der Opferrolle auch ganz wohl und provoziert einen Streit nach dem anderen. Besonders auf ihre Mutter reagiert sie übertrieben aggressiv. Da würde ein wenig mehr Familiensinn von dem Mädchen aus mehr Sinn machen. Dennoch verkörpert sie glaubwürdig ihre Rolle als leidende Persönlichkeit.

Fazit: Das Werk "Sieh mich an" ist emotional, dramatisch und ergreifend beschrieben. Wenn Alexa ein wenig mehr Empathie besitzen würde, wäre das Buch noch ein besser gewesen. So bleibt dennoch eine gute Geschichte zurück, die für Gänsehautmomente sorgt. Auch das ein oder andere Auge wird mit Sicherheit nicht trocken bleiben. Deshalb kann ich dem Buch ohne Einschränkungen 4 von 5 Sternen vergeben.

Weitere Informationen zum Buch findet ihr auch auf der Verlagsseite!




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