Papa, hörst du mich? (Kinderbuch) *****

Autor: Tamara Bos
ISBN: 978-3-7725-2516-2
41 Seiten / ab 7 Jahren


Der kleine Polle nimmt Abschied von seinem Vater und erzählt ihm alles, was ihn bewegt.

Polle und sein Vater waren schon immer leidenschaftliche Stratego-Spieler und dieses Spiel nimmt sein Vater als Basis, dem kleinen Jungen die Krankheit zu erklären, unter der er selbst leidet. Doch in letzter Zeit ist es immer schlimmer geworden, bis plötzlich der Tag da ist, dass sein Papa gestorben ist. Dennoch bleibt Polle an der Seite seines Vaters und berichtet ihm alles, was um sie herum geschieht. Außerdem erzählt er seinem Vater von den Dingen, die sie zusammen erlebt haben und wie sehr er sich immer auf ihn verlassen konnte. Sein Vater, sein Freund. Doch jetzt ist er tot, aber Polle glaubt weiterhin, dass er ihm alles erzählen kann. Und so will er es auch beibehalten. Für ihn und seine Mutter lebt Vater nun auf einer Wolke und schaut auf sie herunter. Vielleicht passt er sogar auf sie auf?

Von blauen und roten Soldaten-Karikaturen aus dem Stratego-Spiel begleitet, wird hier eine sehr einfühlsame und nachdenkliche Kindergeschichte beschrieben, die auch den erwachsenen Leser zu Tränen rührt.

Mit genau den richtigen Worten, die weder naiv noch allzu kindlich wirken, wird hier ein schweres Thema dargestellt, dass sich nicht einfach weglesen lässt. Ein Junge verliert seinen Vater. Viel zu früh und nach langer Krankheit wird er aus dem Leben gerissen und alles um Polle herum verändert sich. Die Menschen gehen anders mit ihm um und das Kind versteht es gar nicht. Warum ist die Lehrerin so traurig, wenn sie ihn anschaut? Und warum weinen seine Mutter und der große Bruder ständig? Warum kommen jetzt alle vorbei und bringen Blumen mit?

Auf den 41 Seiten, die von den kleinen roten und blauen Soldaten-Zeichnungen begleitet werden, werden die Gefühlswelt und die Verständnislosigkeit des Kindes wunderbar eingefangen. Obwohl er noch so jung ist, scheint er weniger unter Trauer zu leiden, als viel mehr Freude für seinen Vater zu empfinden, der nun keine Schmerzen mehr zu leiden hat. Außerdem kann dieser Junge fest daran glauben, dass sein Vater auch weiterhin in seiner Nähe ist und ihn verstehen wird. Dieser feste Glauben macht aus diesem Jungen einen wahren Helden.

Fazit: Nicht unbedingt für die Jüngsten, aber spätestens ab dem Zeitpunkt des selbstständigen Lesens, ist dieses Buch eine wunderbare Begleitung, die es einfach verdient, gelesen zu werden. Hier ist nicht alles schwarz weiß, sondern auch die farbigen Elemente wie Freude, Hoffnung und Zuversicht, werden ideal in Szene gesetzt. Durch Polle wird deutlich, dass der Tod nicht unbedingt etwas Schlechtes ist und wir weiterhin an den Menschen, den wir verloren haben, denken und auch mit ihm sprechen können.
Für diese tolle Darstellung eines Jungen, der über den Tod und die Trauer hinausschauen kann, vergebe ich sehr gerne 5 von 5 Sternen.

Dieses Buch ist nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014.
Weitere Informationen zum Buch erhaltet ihr auch auf der Verlagsseite!

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