Die unterirdische Sonne - Friedrich Ani ****

Verlag: cbt
ab 16 Jahren
336 Seiten
ISBN: 978-3-570-16261-3
Preis: € 16,99 (D)
Erscheinungstermin: 24. Februar 2014


ACHTUNG! Nichts für schwache Nerven!

Sie leben in einem Keller, in einem Haus, bewacht von Fremden, ohne Hoffnung und Tageslicht. Leon, Sophia, Maren, Conrad und Eike.

Die Kinder sind zwischen elf und sechzehn Jahre alt und wurden alle entführt. Leon ist schon seit über einem Jahr in den Fängen der Verbrecher, die sie regelmäßig für wenige Stunden aus dem Keller herausführen und dort ungeahnte Dinge mit ihnen vollziehen. Keiner von ihnen darf jemals darüber sprechen, sonst werden sie getötet. Doch die Zweifel in ihrem Inneren zerfressen sie. Keiner von ihnen glaubt an eine Rettung, jeder schmiedet insgeheim einen Plan, sich selbst das Leben zu nehmen. Doch können sie dieses Unternehmen in die Tat umsetzen?

Eine verwirrende Reise in die Träume der Kinder, in die Vergangenheit, die lange hinter ihnen liegt und die kaum vorhandene Gegenwart beginnt und lässt keinen Irrtum, an einem grausamen Verbrechen, das Menschen Kindern antun können, zu.

Abwechselnd schildern die Kinder ihre persönliche Hölle, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Immer wieder kreisen ihre Gedanken um Träume, die sich nicht verwirklichen werden oder um die eigenen Erlebnisse, die sie in diese Situation gebracht haben. Die Kinder sind die Hauptprotagnisten des schockierenden Werkes, das an den Nerven des Lesers zerrt.

Die Vorstellungskraft tut eine Menge hinzu, wenn die Kinder nach den Stunden der Qual zurück in den Keller geschickt werden. Doch keiner macht den Mund auf, stattdessen fließen Tränen. Unter den jungen Menschen scheint es eine Verbundenheit zu geben, die für Außenstehende nicht zu verstehen ist. Doch diese Zeit schweißt sie zusammen und macht deutlich, wie wertvoll sie einander geworden sind.

Mit verständlichen Worten, allerdings teilweise konfusen und verwirrenden Gedankengängen, fällt es recht leicht, sich in die Geschichte und ihre Protagonisten hinein zu versetzen. Dabei ist anzumerken, dass die Geschichte teilweise so lebendig und realistisch beschrieben wird, dass dieses Buch nichts für Kinder ist. Die Umstände, unter denen die Charaktere zu leiden haben,  sind grausam und beängstigend.

Fazit: „Die unterirdische Sonne“ ist ein Roman, der keinen Zweifel daran lässt, zu welchen Dingen Menschen fähig sind. Die Kinder wachsen dem Leser schnell ans Herz und es bereitet Unbehagen, ihren Ausführungen und Schilderungen zu folgen. Immer wieder schwankt das Gemüt zwischen Hoffen und Bangen. Nicht immer sind alle Gedanken logisch, doch das unterschreibt die Verwirrung der jungen Menschen, die keine Hoffnung mehr zu hegen scheinen.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!


Weitere Informationen zum Buch erhaltet ihr auf der Verlagsseite!
Vielen Dank an das Forum KatzemitBuch für die tolle gemeinsame Leserunde.


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Kommentare

  1. Also diese Entführungsaktionen sind ja wirklich zur Zeit echt in..siehe "Erbarmen" usw.

    LG..Karin..

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