Totenmaske - Helene Henke *****

Verlag: Droemer-Knaur
Erschienen: 01.11.2013
432 Seiten
ISBN: 978-3-426-22632-2
Preis: € 14,99 (D)

Für den Beruf der Bestatterin ist Zoe Lenz noch sehr jung, doch mit ihren 21 Jahren ist sie bereits eine Perfektionistin auf diesem Gebiet. Mit viel Ruhe und Liebe zu Detail verleiht sie den Toten neues Leben und richtet diese für ihren letzten Auftritt perfekt her. Als es zu einem Mord im direkten Umfeld von Zoe kommt, nimmt sich der junge Mainzer Kommissar Leon Strater des Falles an und ermittelt auch in Zoes Vergangenheit. Welche Geheimnisse verbergen sich hinter der jungen Frau?

Zoe Lenz ist eine ruhige Person, die schon so manchen Schicksalsschlag hat miterleben müssen. Nach dem Tod ihres geliebten Großvaters, verliert sie auch noch ihren Vater und steht seither mit ihrer egozentrischen Mutter und dem Unternehmen alleine da. Unterstützung erhält sie nur durch Josh, einem jugendlichen Freund, der ihr gelegentlich im Labor zur Seite steht. Doch nachts, wenn alle Katzen grau sind, verwandelt sich Zoe und lässt ihre Persönlichkeit zurück.
Leon kämpft um das Leben seiner Schwester, die sich im Drogen- und Prostitutionsmilieu verloren hat. Doch dieser Kampf scheint aussichtslos. Um einen klaren Kopf zu bekommen, nimmt er den Fall von Birkheim an und macht sich auf den Weg in die ländliche Einöde. Dort erwartet ihn jedoch mehr, als er zunächst vermutet hat.

Wie ein wahrer Kriminalfall baut sich dieser überzeugende und unterhaltsame Roman auf und hält den Leser für die Zeit des Lesens in seinem Bann gefangen.

Mit Zoe und Leon ist der Autorin ein wunderbares Protagonistenpaar gelungen, das schon nach wenigen Seiten für die nötige Spannung und Dramatik sorgt. Frau Henke beschreibt bis ins kleinste Detail die Herangehensweise der Bestatterin und ihre Tätigkeiten. Äußerst realistisch schildert sie die Bemühungen der jungen Frau, den Toten ein Gesicht zu geben und sie noch einmal herzurichten. Dabei wird deutlich, wie wenig Menschen Verständnis für diese Tätigkeit aufbringen und wie groß die Angst davor ist. Zoe wird gemobbt und hat nur sehr wenige Freunde. Selbst die eigene Mutter weigert sich, die Toten anzusehen oder das Labor ihrer Tochter zu betreten.

Die Geschichte ist logisch und glaubhaft aufgebaut. Die Feinheiten bei Zoes Arbeitsbereich stehen dabei im Vordergrund der Geschichte und es wird genügend Raum gelassen, damit sich die junge Frau entwickeln kann und zu einer festen Größe wird. Das Zusammenspiel mit Leon wirkt lebendig und erzeugt einen kleinen romantischen Anteil, der sich wunderbar in das Gesamtwerk integriert.
Der Spannungsbogen beginnt im ersten Drittel des Buches, steigert sich immens und endet in einem gelungenen Abschluss.

Fazit: Das Buch "Totenmaske" ist mehr Thriller als Krimi, denn durch die glaubhaften Schilderungen der Autorin werden so manche Handlungsabläufe geradezu bildlich. Mit einigen ekligen, aber auch spannenden Beschreibungen wird eine ideale Atmosphäre erzeugt. Zoe und Leon sind zwei sympathische Charaktere, die schnell das Herz des Lesers erreichen.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine große Empfehlung!

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