Meine Spuren des Todes - Judith O´Higgins *****

Gastrezension: Buchrättin

Kat.: Sachbuch
ISBN: 978-3-10-402432-5
Preis: € 12,99 (D)

"Tatort, Soko, CSI". und wie sie alle heißen, die Fernsehserien rund um Kriminalfälle. Aber ist das immer so spektakulär und stimmt diese Filmwelt mit der Realität überein?
Die Gerichtsmedizinerin  Judith O´ Higgins beschreibt in diesem Buch ihre Motive, ihre Ausbildung und ihren beruflichen Alltag als Gerichtsmedizinern. Sie gibt auch Hinweise, wie es in Wirklichkeit abläuft, wenn ein Toter entdeckt wird, der vermutlich an einer unnatürlichen Todesursache verstorben ist und die Polizei dazu kommt, da eine Straftat vermutet wird.
Vorweg, das Buch geht wortwörtlich unter die Haut. Sie beschreibt durchaus detailliert den Ablauf einer Obduktion, die Leichenschau, den Tatort. Allerdings wirklich eher „kühl“ und distanziert. Die Würde der Toten wird gewahrt fand ich.  Es ist keine Effekthascherei, blutig wie man es von manchen Krimis kennt.
Es werden Fragen beantwortet, wie zum Beispiel: wie geht ein Arzt bei einer Leichenbeschauung vor? Wie läuft eine Obduktion ab? Warum wird in Deutschland so wenig obduziert? Und zur Klärung der Eingangsfrage, wer ist eigentlich genau dabei, wenn ein mutmaßliches Opfer obduziert wird?
Aber auch die andere Seite der Arbeit als Gerichtsmedizin wird dargestellt. Nicht nur die Toten werden untersucht, sondern auch lebende Opfer von Gewalttaten oder auch die Untersuchung von Gewebeproben, all das beinhaltet die Arbeit als Gerichtsmediziner.
Die Fälle wurden fand ich, sachlich dargelegt. Es war auch ein wenig Gänsehaut dabei beim Lesen,  denn es sind ja reale Fälle. Es gab aber keine Effekthascherei, die Personen wurden verfremdet und ich fand es wichtig, dass die Würde gewahrt wurde.  Ich finde ein faszinierendes Thema und ein wirklich gut zu lesendes Sachbuch.
Was mir auch gefiel war die verständliche Sprache. Es wurde nicht die lateinische / griechische Terminologie der Medizin benutzt, sondern wirklich die deutschen Begriffe, damit Laien dem Thema gut folgen konnten.
Zum Stil des Buches. Die Autorin berichtet auch von ihrem privaten Hintergrund, ihren Motiven und ihrem Lebenslauf, der sie auf diesen beruflichen Weg führte. Das fand ich sehr interessant und es macht das Buch menschlich. Die Einblicke in ihr privates Leben, die Liebe zur Musik, die wie ich denke ihr eine Art Ausgleich gibt, das sehr  persönlich geschrieben und es gefiel mir sehr gut.
Es ist ein sehr guter Leitfaden zur Berufsfindung von Medizinstudenten, eine interessante Darstellung vom realen Leben in einem Kriminalfall für interessierte Laien und Fans von Kriminalromanen.
Weitere Informationen zum Buch erhaltet ihr auf der Verlagsseite!

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