Feldpost für Pauline - Maja Nielsen *****

Gastrezension: Buchrättin


96 Seiten
ab 13 Jahren
ISBN 978-3-8369-5775-5

Preis: € 9.95 (D)

Stell dir mal vor du kommst von der Schule nach Hause und da wartet die Presse, deine Mutter und dein Briefträger, der einen Brief in der Hand hält und alle schauen dich an. Genau diese Situation erlebt Pauline. Der Brief, der da angekommen ist, war 97 Jahre unterwegs. Abgestempelt wurde er 1916 in Verdun, mitten im ersten Weltkrieg. Pauline hat ihren Vornamen nämlich von ihrer Urgroßmutter geerbt und an die war die Feldpost ursprünglich adressiert.
  
Meinung
Der erste Weltkrieg. Wie kam es dazu? Das Buch ist kein Sachbuch, aber es verbindet auf eine gekonnte Art und  Weise die Geschichte des Briefeschreibers  Wilhelm an Pauline mit dem Leben und Überleben in diesen Jahren des ersten Weltkrieges.

Wilhelm, der sich freiwillig zum Wehrdienst meldet und seine Liebe zu Pauline.  Ich fand die Geschichte an sich sehr toll dargestellt. Die Oma von Pauline, Oma Lieschen erzählt diese Geschichte zwischen Wilhelm und Pauline. Sie berichtet ihrer Enkelin anhand von alten Fotos, Tagebucheinträgen ihrer Mutter, alten Briefen und Erinnerungen. Da wird Geschichte lebendig durch diese Erzählungen und dem Gespräch zwischen den beiden.  Mir gefiel gerade dieses Detail.  Da werden keine doch eher trockenen Fakten von Kriegsrouten, Gegnern und politischen Motiven, wie im Geschichtsunterricht erzählt. Sondern es ist eine lebendige Erfahrung, die der Leser hier macht. Pauline erfährt, wie sich Wilhelm fühlte, in den Gräben, dem Lärm, den Verletzten, dem drohenden Tod vor Augen. Welche Entbehrungen, Ängste, Sorgen, welche Verzweiflung musste die Männer durchmachen?  Das Buch ist intensiv. Es war eine wirklich dunkle, gefahrvolle Zeit.

Aber das Buch weckt auch die Hoffnung.  Es ist eine Geschichte über Zusammenhalt, Überlebenswillen, Freundschaft und Liebe.

Wirklich beeindruckend war die Szene  Weihnachten 1914. Die Feier der verfeindeten Soldaten, die hier den Krieg vergessen und eine kurze Zeitblase nutzen und zusammen Weihnachtslieder singen und Weihnachten feiern, zusammen.

Das Buch gab mir einen Blick auf diese dunkle Zeit der deutschen Vergangenheit. Es war wieder ein intensives Buch und als Leser hatte ich wieder eine Vielzahl an Emotionen beim Lesen.

Ich würde das Buch auch empfehlen, um den eher manchmal etwas trockenen Geschichtsunterricht aufzulockern. Es gibt einem ein lebendiges Bild auf diese Vergangenheit.

Genial hätte ich gefunden, wenn die Feldpost wirklich in dieser Sütterlin Sprache abgedruckt gewesen wäre. Im  Anhang befindet sich eine Art Zeittafel, anhand der Leser noch einmal den Ablauf des ersten Weltkrieges  rekonstruieren kann. Das war wirklich toll und interessant zu Lesen.

Fazit
Intensiv, bildreich, eine emotionale Achterbahnauslösend. Das Buch schafft einem eine lebendige Vergangenheit. Vollste Leseempfehlung.

Kommentare

  1. Das klingt gar nicht so übel. Mir ist gerade aufgefallen, dass ich kaum etwas über den ersten Weltkrieg weiß...

    Ich glaube in der Schule hatten wir jedes Jahr in Geschichte den zweiten Weltkrieg als Thema und dann nochmal kurz DDR. Irgendwie traurig.

    Aber ich kann mir gut vorstellen, dass solche Bücher in der Schule helfen würden.

    AntwortenLöschen
  2. Hi, ich denke auch, das Buch wäre wirklich gut geeingnet für den Unterricht. LG Buchrättin

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Das könnte auch interessant sein...

[Rezension] Royal Wedding - April Dawson

[Rezension] Fair Catch - Liora Blake