Als mein Vater ein Busch wurde - Joke van Leeuwen *****

Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor

Gastrezension: Buchrättin

128 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN 978-3-8369-5467-9
Preis: € 12.95 (D)

Todas Papa ist im Krieg. Da kämpfen nun „ die einen gegen die anderen“. Sie findet ein Buch von ihrem Vater, in dem es um das tarnen geht. Wie tarnt man sich als Busch oder Baum. So stellt sich Toda nun das vor, was ihr Vater da macht im Krieg. Es verkleidet sich als Busch. Todas Großmutter passt nun auf Toda auf, aber dann kommt der Krieg auch zu ihnen nach Hause und Toda soll zu ihrer Mutter ins Ausland.  Todas Name ist in Wirklichkeit viel länger und komplizierter, aber das immer niemand aussprechen kann, wird sie nun zu Toda.

Das Buch wurde aus Sicht des Mädchens Todas geschrieben. Wie alt sie ist erfährt der Leser nicht genau. Ich würde zwischen 6-8 Jahre schätzen. Das Buch ist wirklich etwas Besonderes, denn es schildert den Krieg und die Betroffenen Zivilpersonen mal aus der Sicht eines Kindes.  So ganz versteht Toda das alles nicht. Sie sieht, dass der Papa kämpfen soll und sich am besten versteckt vor den Einen. Und sie muss ihr zu Hause verlassen und wird auf eine Reise geschickt um zu ihrer Mutter zu gelangen. Eine Art Odyssee, bei der ihr viele Leute begegnen. Einige helfen, andere stellen Forderungen und lassen das Kind verwirrt zurück. Es wurde alles sehr subjektiv geschrieben aus der Sicht des Kindes. Es war ein Gefühl, als ob man beim Lesen zu Toda wurde.  Die ganze Geschichte war schon  eher traurig.

Ich würde das Buch für Kinder schon eher so ab 9 Jahren empfehlen. Mein 8 jähriger fand es sehr traurig und konnte nicht wirklich verstehen, warum Toda nun von der Oma weg musste. Im Endeffekt ging es ihm wie Toda, die verwirrt und ängstlich und traurig war und nicht richtig wusste, was passiert da mit ihr.  Warum wollen manche Menschen keine Kinder aufnehmen, wenn diese ihr zu Hause verloren haben, das war die Frage, die sich nicht nur Toda stellt.  Als Leser grübelt man über das Gelesene nach und das Buch bietet viel Diskussionsstoff.

Ergänzt durch schwarz weiß Zeichnungen wird der Text der Geschichte. Es gelingt die Stimmung des Kindes sehr gut einzufangen, die Ängste, Vorstellungen, Wünsche. Das Buch lässt auf jeden Fall einen nachdenklichen Leser zurück. Es bietet aber auch Erwachsenen Leser mal die Chance, den Krieg aus den Augen eines Kindes zu sehen. Emotional ergreifend, erschütternd, traurig.

Das Buch wurde 2013  für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

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