Blogtour "Ninragon"

Endlich ist es soweit, auch bei mir ist die Blogtour zu "Ninragon" angekommen!

Vorweg erst einmal ein großes Dankeschön an Horus, der sich ganz wunderbar um uns gekümmert und uns mit allen nötigen Informationen gefüttert hat. Die Vorbereitungen haben schon sehr viel Freude gemacht.

Umso mehr freue ich mich nun, euch ein paar Geheimnisse über die einzelnen Charaktere dieser wundervollen Trilogie verraten zu dürfen.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch auch gerne vorher die Rezension durchlesen und euch einen ersten Einblick zum Inhalt holen --->  Rezension!



Wichtige Personen in der Geschichte:
Auric, genannt „Der Schwarze" (Hauptprotagonist)

Personen in Aurics Leben:
  • Seine Mutter, eine „Beutefrau“ aus einer Provinz des Idirischen Reiches, Leitkultur und Bürge für Kultur und Zivilisation in einer wilden und archaischen Welt.
  • Orik Eisenfresser, Hochthan der Skrimaren, eines Valgarenstammes. Aurics Vater. Die Valgaren sind ein wildes, räuberisches Volk aus dem Norden mit einer dunklen Vergangenheit.
  • Jag, genau wie Auric auch ein Valgare. Auric trifft ihn, als er einer Söldnertruppe beitritt, dem „Haus Trevante“.
  • Kudai, genannt „der kleine Kudai“, floh aus seiner Heimat vor dem  Leben  in faktischer Sklaverei, dient ebenfalls im Haus Trevante, weil er sich als Söldner  eine  freie Existenz aufbauen will.
  • Czand, Aurics Geliebte, Soldatin, stammt aus den Ostprovinzen des Idirischen Reiches.
  • Umanákhu, ein hünenhafter, dunkelhäutiger  Krieger vom Kontinent Kumaraut, aus dem Land Habburaneum.
  • Nefraku, Umanákhus Nachfolger, stammt ebenfalls aus Habburaneum.
  • Crussav, einer von Aurics Kameraden, stammt aus den Reiterstämmen der östlichen  Steppen, den Surkenyaren.
  • Keiler Drei,  Jags mürrischer Sidekick.
  • Vortig, Flachbogenschütze, Scharfschütze.
  • Hubbarb, Aurics persönlicher Senphore (Geistesbote, „Telepath“ wäre nicht ganz richtig, trifft es aber ungefähr), das schwarze Schaf seiner Gilde.
  • Ikun, Kinphaure (Nichtmensch) aus der (Kinphauren-)Provinz Kvay-Nan, Gelehrter, Autor, Philosoph. Als ihm Auric begegnet, ist ein Offizier in der Aufständischenarmee.
  • Kelam, General der  Idirischen  Armee und Aurics Förderer.
  • Vikarin Berunian, idirische Politikerin aus dem konservativen Lager, Aurics politische Widersacherin.
  • „Anander“, geheimnisvolles Mitglied des Idirischen Geheimdienstes, der „Kutte“.

Ninraé in Himmelsriff:

  • Darachel, innerlich ein Außenseiter und Suchender.
  • Siganche, Heilerin, eine Vertraute Darachels, aus dem Konstellarium aufsteigender Linie seiner Neunerschwestern.
  • Bruc und Cedrach, Gefährten und Geistesverwandte Darachels
  • Nadragír, eigenwilliger Ninraé, der sich – völlig untypisch für seine vergeistigte Rasse – dem Studium der Natur und der physischen Welt verschrieben hat.
  • Viankhuan, Darachels Enthravan-Mentorin. Das Enthravanat ist annäherungsweise so etwas wie der Rat der Ninraé.
  • Cenn-Vekanen, Darachels Gegenspieler unter den Enthravanen.
  • Cianwe-Gauchainen, hoher Enthravan, neutral gegenüber Darachel.
  • Bogenfall des Lichts, ein Silaé. Die Silaé sind Geisteswesen und Paten der Ninraé bei ihrer Aszension, ihrem Aufbruch aus der materiellen in die geistige Welt.
  • Anaudragor, geheimnisumwitterter Führer der Kinphauren

Anja: Während ich das Buch gelesen habe, sind mir eigentlich drei Personen dabei aufgefallen, die für die Geschichte und ihre Entwicklung eine große Rolle gespielt haben: Auric, Darachel und Aurics Vater.
Frage an Horus: „Wenn Du mir vielleicht ein wenig über Deine Erlebnisse und Gefühle bei der Entwicklung dieser Personen beschreiben könntest? Was hat Dich bewogen, sie so zu kreieren? Liegt Dir eine Person etwas mehr am Herzen als andere? Wenn ja, welche? Und hast Du vielleicht Zeichnungen von ihnen angefertigt, damit Du sie lebendig vor Augen hattest?“
Horus W. Odenthal
Auric und Darachel waren natürlich die ersten Figuren, die ich für „Ninragon“ geschaffen habe. Zwischen ihnen baut sich die Geschichte auf. Sie sind die Pole.
Ich habe sie zwischendurch manchmal scherzhaft „der Winnetou und Old Shatterhand der Fantasy“ genannt.
Ich habe schon auf einer anderen Station der Blogtour erzählt, dass die erste Seite von „Ninragon“ als erstes da war, vor jedem Plot, vor allen Überlegungen zur Story. Nachdem ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht hatte, was dieser Text, den ich da gerade geschrieben hatte, mir sagen wollte, stand für mich schnell fest, dass ein schwer verwundet aufgefundener Mensch dem Ninraé Darachel die Geschichte seines Lebens erzählen sollte. Die beiden sollten sehr unterschiedlich sein, und der eine sollte nichts von der Welt des anderen wissen.
Ich fing also an, mir um die Welt Gedanken zu machen und gleichzeitig die Erlebnisse des Menschen zu umreißen. Beides hatte miteinander zu tun, da die Figur die Welt reflektieren sollte, im doppelten Sinne.
Der Ninraé erlebt, gleichzeitig mit dem Leser, durch die Erzählung des Menschen dessen Welt. Von dieser Welt hat der Ninraé keine Ahnung, da seine Rasse sich in wenige abgelegene Festungen zurückgezogen hat, die vom Rest der Welt abgeschottet und isoliert sind.
Da ich mit der Erschaffung der Welt gleichzeitig die Landschaften der Fantasy für mich neu entdeckte und meine Leseerfahrungen mit ihnen reflektierte, konnte diese Hauptperson kein tumber Barbar sein. Er musste intelligent sein, damit er einen klaren Blick auf die Umstände hat, in denen er lebt. Damit wurde gleichzeitig sein Konflikt klar.
Wie reagiert ein Mensch mit wachem, scharfem Verstand, der in einer „barbarischen“ Kultur aufwächst? Wie überlebt er?
Irgendwann an diesem Punkt wurde mir dann klar, dass diese beiden Protagonisten Personen waren, über die ich schon einmal erzählt hatte.
Damit standen dann die Namen fest. Der Mensch war „Auric der Schwarze“, der Ninraé war Darachel.
Auric stammte aus der ersten Geschichte, die ich überhaupt als Heranwachsender geschrieben habe. (Auch darüber habe ich näher an einer anderen Stelle der Blogtour berichtet.) Darachel war auch ein Teil dieser Geschichte, obwohl er dort in vollkommen unterschiedlicher Funktion auftauchte. Ihn hatte ich später noch einmal aufgegriffen und zwar als Antagonisten in meinem Comic-Roman „Schattenreich – Verlorene Hierarchien“ (der demnächst als eComic bei Mad Dog Comics neu erscheint, wo es auch schon einige meiner alten Comics als Apps gibt). Mir war klar, dieser Darachel aus „Schattenreich“ war mein Ninraé, mein zweiter Protagonist. (Was für mich heißt, es wird „Schattenreich“ noch einmal als Roman geben, damit die Kontinuität geschlossen ist, damit die Geschichte so erzählt wird, dass sie in das Universum von Ninragon passt. Ich kann jetzt schon sagen, dass es gegenüber dem Comic einige drastische Veränderungen geben wird.)
An diesen beiden Namen blieb einiges an Charakter kleben. Im Falle Aurics war das doch nicht übermäßig viel, dennoch blieb ein grobes Profil erhalten aber vor allem ein Schicksal und eine Zukunft. Im Falle von Darachel ist der Charakter aus „Ninragon“ im Groben gesehen eine wesentlich jüngere Version der Figur aus dem Comic.
Bei Auric musste es zwei Pole geben. Da ist zum einen seine gebildete Mutter, aus einer idirischen Provinz und somit aus einer Nation mit einem hohen Grad an Kultur und Zivilisation. Sie wurde von Aurics Vater auf einem Raubzug verschleppt. Aurics Vater ist der andere Pol. Er verkörpert sein Volk, die Barbaren aus dem Norden. Er ist die Figur, die eine drastische Wandlung durchmacht. Aber da soll der Leser sich überraschen lassen.
Auric lehnt zunächst das Erbe seines Vaters ab, will sich ganz dem Erbe seiner Mutter widmen und strebt eine Laufbahn als Gelehrter an. Daran hängt sich der Strang seiner Geschichte auf. Auf diesem Wege wird er immer wieder mit dem Erbe seines Vaters konfrontiert.
Darachel ist, genau wie Auric, ein Außenseiter in seiner Gesellschaft. Das Zusammentreffen mit dem „Menschenmann“ und dessen Erzählungen werden für ihn zum Katalysator von bereits im Dunkeln brodelnden Veränderungen.
Ich will bewusst nicht zu viel über diese Figuren und ihre Entwicklung verraten, denn es ist ein Reiz der Geschichte, sie ganz allmählich als Leser zu entdecken, wie sie sich Schicht um Schicht darstellen.
Vieles an der Entwicklung von Auric ging mir im Schreibprozess sehr nahe und beschäftige mich sehr tief. Denn es ist schon eine sehr intensive Geschichte, die ihm widerfährt. Vieles davon verfolgte mich in den Schlaf und in meine Träume hinein. Am Ende des dritten Bandes war ich mir nicht sicher, wann ich wieder bereit wäre, mich wieder einmal so intensiv auf eine Geschichte einzulassen.
Wenn du fragst, welche Person mir besonders am Herzen liegt, dann fällt mir sofort Jag ein, Aurics Gefährte durch seine ganze Laufbahn hindurch, genau wie er ein Valgare, aber in vielen Dingen eigentlich das Gegenbild von Auric.
Jag ist natürlich ein echter Typ. Markant, laut, mit Ecken und Kanten. Wahrscheinlich genau der Typ von Mensch, der einem im wirklichen Leben ziemlich auf die Nerven gehen würde. Aber er hat auch Tiefen, wie man im Lauf der Geschichte entdeckt. Er redet nur nicht so viel über bestimmte Sachen. Wie Valgaren halt so sind.
Er stellt scheinbar einen leichten Pol in dieser Geschichte dar.
In der Geschichte war es mir immer ein Vergnügen ihn zu schreiben, und seine Stimme ist für mich absolut eindeutig und klar. Die Szenen, und vor allem, die Dialoge mit ihm machten Spaß. Er ist natürlich auch eine herrliche Figur, die Gelegenheit gibt, Auric, der ja aus dem gleichen Hintergrund kommt, zu spiegeln.
Obwohl ich früher Comiczeichner und Illustrator war, habe ich von keiner der Figuren (bis auf eine) irgendwelche Zeichnungen angefertigt. Das Bild einer Figur engt die Fantasy ein. Das hat man bei Romanverfilmungen, wo man dann später den Eindruck des Schauspielers nicht mehr los wird und der das eigene geistige Bild überlagert.
Außerdem neigt man dazu, die Zeichnung – die schließlich nichts anderes ist als Linien und Flächen – zu sehen und nicht mehr einen lebendigen Menschen dahinter. Dieser Gefahr wollte ich mich nicht als Autor aussetzen. Ich wollte die Figuren beweglich, dynamisch, flirrend vor mir haben und nicht im Netz von Linien gefangen.
Darachel ist die einzige Ausnahme. Ihn – oder sein Vorbild – gab es ja schließlich schon in vielen Zeichnungen im Comic. Aber auch da habe ich versucht, mich beim Schreiben möglichst von dieser Vorstellung zu lösen.
Einerseits reizt es natürlich, eine eigene Geschichte zu illustrieren, andererseits weiß ich auch nicht, ob es von mir jemals Zeichnungen dieser Charaktere geben wird und geben soll. Außer vielleicht ein paar inoffizielle Versuche. Ich bitte die Leser aber schon im Voraus, wenn diese irgendwo auftauchen sollten, sie möglichst für ihre Phantasie während des Leseprozesses zu ignorieren.
Ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, dass ich die Figuren gut treffe. Der Text ist einfach besser als jedes Bild.
Man hat manchmal, als ich im Comic arbeitete, den Spruch angeführt „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Den habe ich regelmäßig gekontert mit „Das richtige Wort erzeugt dagegen tausend Bilder“.
Vielen Dank Horus!
Ich denke, jeder hat jetzt einen wunderbaren Einblick gewonnen und kann sich bildlich die Charaktere der Geschichte vorstellen.

Wer jetzt noch nicht neugierig genug geworden ist, der sollte unbedingt am Ball bleiben und die Blogtour weiter verfolgen.
Morgen macht die Blogtour hier Station --- Ira Krissel

Und ich kann euch die Geschichte von Auric, dem Schwarzen nur ans Herz legen. Es ist ein wirklich tolles Buch und wie ihr seht, hat Horus viel Herzblut in die Geschichte investiert.

Ich wünsche euch allen noch viel Freude bei der Blogtour!

Liebe Grüße
Eure Anja

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