Starters - Lissa Price *****


Callie ist sechzehn und verzweifelt. Seit dem Krieg gegen die Sporen, einem Virus, an dem alle Erwachsenen gestorben sind, ist sie mittellos und lebt mit ihrem kleinen Bruder Tyler als Waise auf den Strasse von L.A. Immer auf der Hut vor den Gesetzeshütern, die nicht zögern, sie und den kleinen Tyler in ein Lager für obdachlose Kinder zu stecken. Doch nun hat Callie von einer Möglichkeit erfahren, an Geld zu gelangen. Der Versuch ist illegal, doch überaus lukrativ. Sie soll ihren Körper einer älteren Person, einem Ender, als Mieterin zur Verfügung stellen und dafür eine ordentliche Belohnung erhalten. Routine, sagen die Erfinder von Prime Destinations, der Body Bank, die diesen Austausch erst möglich macht. Doch bei der Reise von Callie geht etwas schief. Denn sie erwacht zu früh in ihrem Körper und muss sich langsam an die Situation gewöhnen. Denn die Stimme in ihrem Kopf sagt ihr, dass eine Rückkehr nach Prime sie in Lebensgefahr bringen wird.

Um die Geschichte besser verstehen zu können, muss sich der Betrachter der Erzählung eine neue Welt vorstellen, in der es nur noch alte Menschen, die Enders und ganz junge Menschen, die Starters gibt. Da die Starters noch so jung sind, leben sie als Waisen auf den Straßen und verschanzen sich in verlassenen Häusern. Vor einem Jahr sind die Erwachsenen gestorben und haben ihre Kinder alleine zurück lassen müssen. Nur die alten Menschen, die geimpft wurden, haben den Angriff der Sporen überlebt. Da die Enders sich den Starters überlegen fühlen, nutzen diese die Kinder und Jugendlichen aus. Die Firma Prime Destinations hat eine Möglichkeit gefunden, die Enders, die inzwischen bis zu 200 Jahren alt werden, wieder in einen jungen Körper zu stecken. Dabei mieten die Enders einen Körper und können diesen vollständig kontrollieren.

Im ersten Teil der Dystopien-Saga "Starters" erlebt der Leser aus Sicht von Callie hautnah, wie ausweglos ihre Situation ist. Das junge Mädchen muss nicht nur ihr Überleben, sondern auch das ihres kleinen Bruders sichern, der an einer Lungenkrankheit leidet. Um ihm ein besseres Zuhause zu ermöglichen, begibt sich die Hauptprotagonistin auf eine verzweifelte Mission, die ihr Leben vollständig auf den Kopf stellt. Dabei wird sie als sympathisch und realistisch beschrieben. Ihre Gedankengänge sind logisch und nachvollziehbar und es fällt leicht, einen guten Bezug zu ihr aufzubauen.

Neben Callie gibt es auch noch den kleinen Bruder Tyler, der eine wichtige Rolle einnimmt. Er bildet die Konstante in der Erzählung, denn ohne ihn, hätte Callie schnell den Kampf aufgegeben. Dann lernt der Leser auch noch Michael kennen, ein Freund, der Callie in schweren Zeiten beisteht. Und während sie ihre Rolle mit der Ender Helena getauscht hat, verliebt sie sich auch noch in Blake, den Enkel des Senators, der in der Produktion um Prime Destinations seine Hände mit im Spiel hat.

Mit einer Vielzahl von interessanten und bewegenden Ideen, erschafft die Autorin Lissa Price eine sehr glaubhafte Atmosphäre und katapultiert den Leser so in eine ferne Welt, die ganz fremd und entfernt erscheint. Durch erklärende Worte wird die Erzählung chronologisch aufgebaut und macht einen Einstieg in die Handlung leicht. Natürlich bleibt der Fokus während der Geschichte auf Callie gerichtet, doch auch die anderen Charaktere sind überzeugend. Das Finale des Buches bietet in einem kleinen Cliffhanger genug Vorfreude auf den zweiten Teil "Enders", der erst im Mai 2013 erscheinen wird.

Fazit: Das Gesamtwerk ist stimmig, die Handlung spannend und die Erzählung bildlich und lebendig. Ein Buch, das schon nach wenigen Seiten süchtig macht. Es fällt leicht, sich ganz in die Welt um Callie hineinzuversetzen und bietet einen fantastischen Auftakt. Große Empfehlung.     

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