Fida - Stefanie Maucher *****


Was machst Du, wenn Dein Kind verschwunden ist? Wie wird sich Dein Leben verändern? Und worum werden fortan Deine Gedanken kreisen?

Damit muss sich Tatjana leider beschäftigen. Denn seit einem Jahr ist ihre 13jährige Tochter Laura verschwunden. Eines Abends ist das lebenslustige Mädchen nicht mehr nach Hause zurück gekehrt. Die Polizei vertröstet sie zunächst, Kinder in diesem Alter laufen ab und an von zu Hause weg, kein Grund zur Panik. Doch Tatjana weiß vom ersten Augenblick an, dass etwas nicht stimmt. Laura rennt nicht einfach weg.
Erst wenige Tage nach ihrem Verschwinden nimmt die Polizei die Suche nach dem jungen Mädchen auf. Allerdings ist das schon viel zu spät. Von Laura fehlt jede Spur. 

Doch was ist wirklich geschehen?
Laura hat in ihren letzten Stunden vor dem Verschwinden noch die Stadtbibliothek aufgesucht und sich dort ein Buch ausgeliehen. Machen das Kinder, die von zu Hause weglaufen wollen? Und was ist dort vorgefallen? Was hat der liebenswerte Opa Anton damit zu tun? Hat er sich an Laura herangemacht?

Mit erschreckenden und brutalen Worten schildert die Autorin eine grausame Situation, die sofort unter die Haut geht. Mit Hilfe wechselnder Erzähl- und Zeitphasen erlebt der Leser hautnah das Geschehen in der Gegenwart, aber auch in der Vergangenheit.

Dabei stehen sowohl die Mutter der Entführten, Tatjana, aber auch Laura und der Entführer selbst im Mittelpunkt der Handlung. Alle drei Charaktere werden lebendig und ausdrucksstark beschrieben. Die Emotionen und Gedankengänge sind dabei die ganze Zeit über präsent und lassen den Leser tief in ihre Seelen blicken.

Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Spätestens am Ende des ersten Drittels wird deutlich, dass die Vorgänge während der Entführung äußerst bestialisch abgelaufen sind. Laura wird von ihrem Entführer erniedrigt und bis an ihre Grenzen getrieben. Und auch Tatjana durchlebt ein Martyrium, das sich niemand selbst wünscht.

Fazit: Es ist wie ein Unfall! Eigentlich möchte man es nicht lesen, doch es lässt nicht los. Spannung von Anfang bis Ende und immer die Hoffnung, dass Laura noch gerettet wird. Eine überzeugende Handlung und sehr lebendige Protagonisten lassen die Geschichte glaubhaft und realistisch wirken. Ein Buch, das den Leser noch lange nach dem Ende beschäftigen wird. Wer Thriller mag, wird diesen lieben. Beste Unterhaltung garantiert.


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Kommentare

  1. Hi Merlin!

    Hört sich wirklich nach einem bewegenden Buch an! Ich habe letzten Sommer eine ziemlich ähnliche Geschichte gelesen: "Weil nichts bleibt wie es ist" von Kaurence Tardieu. Darin verschwindet auch die 8-jährige Tochter und die Eltern versuchen mit dieser Last der Ungewissheit umzugehen. Dabei ging es mir ähnlich wie dir..eigentlich möchte man sich in so eine tragische Handlung gar nicht hinein versetzen, aber kann das Buch dann doch nicht aus der Hand legen.

    Ebenfalls eine empfehlenswerte Geschichte!

    LG Misty

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