Schicksalsstürme - Melanie Metzenthin *****


Heiligenhafen 1428. Als Brida zum Hafen kommt, wird sie Zeuge, wie einige Leichen an Land gespült werden. Doch unter ihnen ist auch ein junger Mann, der noch lebt. Brida nimmt sich des Mannes an und versorgt den Verwundeten bei sich und ihrem Vater, Kapitän Hinrich von Dührsen, zu Hause. Als er erwacht, kann er sich jedoch an nichts mehr erinnern. Noch nicht einmal an seinen eigenen Namen.

Da zu dieser Zeit mit den Dänen Krieg herrscht und der Unbekannte fließend die dänische Sprache spricht, kommt schnell der Verdacht auf, dass es sich bei ihm um einen Spion handeln könnte. Brida hält weiterhin an seiner Unschuld fest und gemeinsam mit ihrem Vater versuchen sie, das Geheimnis zu lüften.

Erik, wie sich der junge Mann zunächst nennt, ist von der resoluten und sehr anständigen Brida fasziniert und fühlt sich von ihr angezogen. Doch sein Erinnerungsvermögen bereitet ihm große Sorgen. Nur gelegentlich erhält er ein paar kurze Rückblicke in seine Vergangenheit, kann diese jedoch nicht einordnen. Sollte er wirklich ein Spion sein? Erik ist sich sicher, solange er nichts von sich weiß, kann er auch für Brida nicht der geeignete Mann werden.

Im Hintergrund beobachtet Hinrich, der ehemalige Kapitän der "Adela", das Geplänkel zwischen Erik und seiner Deern. Hinrich hat selbst genug Erfahrungen in seinem Leben gesammelt, um einem Menschen wie Erik, eine sichere Unterbringung und seine Mithilfe zu gewährleisten. Allerdings ist er zunächst von einer Verbindung der Beiden nicht begeistert. Wird sich das ändern, wenn er erfährt, wer der Junge wirklich ist?

Romantisch, aufregend und mit viel Hingabe erzählt die Autorin eine Geschichte, die bewegt, fesselt und erst zum Schluss den Leser entlässt. Dabei beinhaltet der Roman so viel mehr, als nur Liebesgeplänkel und kriminalistische Merkmale. Auch der historische Aspekt ist solide ausgearbeitet und basiert auf einigen fundierten und belegten Daten aus dem 15. Jahrhundert, wenn auch einige Begebenheiten der Fantasie der Schriftstellerin entsprungen sind.

Die Charaktere sind sowohl lebendig, als auch realistisch beschrieben. Ihre Beweggründe, Ängste und Sorgen, sowie ihre Eigenschaften werden nachvollziehbar und passend in die Geschichte mit eingebaut. Neben Brida, Erik und auch Hinrich gibt es noch viele andere Personen, die für die Handlung von immenser Bedeutung sind. So erlebt der Leser unter anderem einen nicht ganz so bibelfesten Pfarrer, einen trauernden Stadtrat, einen kompetenten Schmuggler und vorwitzige Hausmädchen. 

Nebst den vielen wunderbaren Protagonisten bietet auch die Handlung viel Spielraum für eigene Spekulationen. In der ersten Hälfte des Buches ist das Hauptaugenmerk auf die Frage nach der Herkunft des Unbekannten gerichtet. Danach wendet sich die Autorin einer weiteren spannenden Aktion zu, die den restlichen Ablauf bestimmt und einen runden und gelungenen Schlusspunkt setzt.

Fazit: Bei diesem Werk stimmt das Gesamtkonzept. Eine perfekt inszenierte Geschichte, interessante Charaktere und die richtige Mischung aus Krimi, Historie und Lovestory. Davon würde ich gerne noch mehr lesen.  

Kommentare

Das könnte auch interessant sein...

[Rezension] Fair Catch - Liora Blake

[Rezension] Royal Wedding - April Dawson