Neukölln ist überall - Heinz Buschkowsky ****


In seinem Werk "Neukölln ist überall" nimmt der amtierende Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky die Lage in dem Stadtteil Berlin-Neukölln sehr genau unter die Lupe.

Bis 1920 war die Stadt Neukölln noch selbstständig, hieß bis 1912 Rixdorf und wurde dann in die heutige Hauptstadt eingemeindet. Seither teilt sich der Bezirk in Süd-Neukölln und Nord-Neukölln auf und beherbergt etwa 160.000 Einwohner. Mit einfachen und auch teilweise ironischen Worten erklärt Herr Buschkowsky die Veränderungen, die sich in den letzten zwanzig Jahren in dem Stadtteil Nord-Neukölln breit gemacht haben.

Mit Hilfe von Zahlen und Statistiken verdeutlicht Herr Buschkowsky die heutige Lebenssituation der Menschen, die häufig ein Dasein in Armut und ohne Chance auf Arbeit, aber auch ein Leben zwischen Glaubens- und Nationalitätskonflikt führen müssen. Zwischen Moscheen und Dönerbuden erlebt der heutige Bewohner ein Leben am Existenzminimum, denn Arbeitsplätze sind Mangelware. Kinder wachsen bereits in der zweiten oder dritten Generation von Hartz IV auf und es fehlt an Perspektiven und Vorbildern. Die schulischen Leistungen sind unter dem deutschen Niveau und eine Veränderung ist kaum in Sicht. Nur wenige schaffen den Sprung aus dem Getto und bauen sich eine neue Existenz auf. Frühere Bewohner sind nicht stolz auf den Wandel, der sich breit gemacht hat. Viele meiden die Aussage ihrer wahren Herkunft und schätzen sich glücklich, nicht mehr dort leben zu müssen.

Auch wenn Herr Buschkowsky sein Werk "Neukölln ist überall" genannt hat, so ist diese Aussage natürlich nicht korrekt. Noch ist dieses Leben nicht überall, doch die Gefahren und das Potenzial, dass sich diese Umstände vermehren, sind äußerst realistisch. Immer häufiger geraten Menschen unverhofft in Armut, immer seltener bekommen Bewohner mit Migrationshintergrund einen vernünftigen Arbeitsplatz, der nicht vom Staat finanziell unterstützt werden muss. Sicherlich ist dieses Buch die Veranschaulichung des Negativ-Beispiels, doch es öffnet auch die Augen und veranschaulicht, was passieren kann.

Fazit: Sehr offen und ehrlich spricht Herr Buschkowsky ein sehr ernstes Thema an, dass nicht totgeschwiegen werden darf. Vielleicht ein Denkanstoß an die Politik, doch vielmehr eine traurige Darstellung eines Lebens in Neukölln.   

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