Final Cut - Veit Etzold ***


Verlag: Bastei Lübbe
Taschenbuch, 447 Seiten
Ersterscheinung: 18.05.2012
ISBN: 978-3-404-16687-9


Wir alle nutzen Facebook, Google oder Xing. Wir lieben es, mit unseren Freunden online in Kontakt treten zu können. Wir freuen uns, wenn andere lesen können, wo wir uns gerade befinden. Doch was passiert, wenn jemand daraus seinen Nutzen ziehen kann? Was geschieht, wenn unsere Leben zu gläsern werden und jeder unsere Schritte nachvollziehen kann? Bieten wir die perfekte Möglichkeit zum Mord?

Clara Vidalis ist Hauptkommissarin bei der Berliner Mordkommission und leidet seit 20 Jahren unter dem mysteriösen Tod ihrer Schwester Claudia, der niemals aufgeklärt worden ist. Sie hat sich als Ziel gesetzt, den Mörder zu fangen und zu töten, doch dazu fehlt ihr das entscheidende Indiz. Wer ist der wahre Täter?

Während Clara mit ihren eigenen Geistern aus der Vergangenheit beschäftigt ist, macht sich ein Mörder in Berlin breit. Er ist sadistisch, brutal und liebt es, seine Opfer zu foltern und zu quälen. Und er nimmt Kontakt zu der smarten Hauptkommissarin auf. Er schickt Clara Mails und Videos und hält die Polizei damit in Atem. Denn der Namenslose, wie sich der Mörder selbst nennt, ist den Beamten immer einen Schritt voraus. Kann Clara den Mann stellen, der bereits vielen Menschen das Leben genommen hat?

Der Autor Veit Etzold versteht es perfide, den Leser auf 447 Seiten in Spannung und Dramatik zu versetzen. Äußerst brutal und blutig schildert der Autor in vielen Szenen die mörderischen Pläne des Namenslosen, der viele verschiedene Facetten zu haben scheint. Auch die Kommissarin Clara Vidalis ist eine überzeugende Persönlichkeit, die unter den Taten des Namenlosen zu leiden hat. Neben ihren beiden Kollegen, Winterfeld und Dr. Friedrich, ist sie eine clevere und tatkräftige Frau, die sich nicht scheut, auch einmal tiefer in die Abgründe des Wahnsinns zu blicken.

Durch kurze Kapitel und regelmäßige Szenenwechsel liest sich das Buch schnell und bereits nach wenigen Seiten ist der Leser mitten im Geschehen. Besonders die Vorstellung, dass es tatsächlich so einfach zu sein scheint, Menschen mittels Online-Netzwerken auszuspionieren, gibt dem Werk einen zusätzlich realen Aspekt. Die Charaktere sind bildlich und lebhaft beschrieben. Der Spannungsbogen hält sich während des gesamten Thrillers und steigert sich zum Schluss noch einmal zu einem packendem Finale. Einzig die endlosen Erklärungen der Kommissare und der nebensächliche Handlungsstrang des "Shebays" nehmen ein wenig den Schwung aus der Erzählung.

Fazit: Spannung garantiert! Wer sich nicht vor der Schilderung sehr brutaler und abartiger Taten abschrecken lässt, wird in diesem Buch ein wahres Highlight des Thriller-Genres entdecken.  

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