Delirium - Lauren Oliver *****


Zum Inhalt:
Was passiert, wenn die Liebe plötzlich als Krankheit bezeichnet wird? Wenn Menschen, dieser Liebe einen Namen geben und sie nur noch "Deliria" heißt. Was geschieht, wenn es einen Eingriff gibt, der den Menschen von "Deliria" befreien kann? Und was könnte passieren, wenn sich eine junge Frau in einen jungen Mann verliebt und das vor allen geheim halten muss?

Die 17jährige Lena und ihre beste Freundin Hana freuen sich schon sehr auf ihren 18. Geburtstag, der in wenigen Monaten ansteht. Denn an diesem Tag sollen sie von der möglichen Infizierung durch "Deliria" befreit und immun gemacht werden. Ab dem Moment besteht keine Gefahr mehr, dass sie sich mit dieser Krankheit anstecken können.

Alles läuft für Lena normal, sie ist glücklich und kann sich ein anderes Leben nicht vorstellen. Bis sie eines Tages den 19jährigen Alex kennen lernt. Zunächst hält sie sich von dem Jungen fern, der merkwürdige Gefühle in ihr wach ruft, doch nach und nach kann sie sich seiner Anziehung nicht mehr widersetzen. Schließlich verliebt sich Lena in Alex und der Tag ihres Eingriffs rückt in greifbare Nähe. Gibt es eine Möglichkeit, dem zu entkommen? Wer ist Freund und wer ist Feind? Lena muss mit einem Mal alles in Frage stellen, woran  sie ihr Leben lang geglaubt hat. 

Die Hauptprotagonisten werden sehr detailliert und lebendig beschrieben. So hat der Leser schnell das Gefühl, ein genaues Bild von den einzelnen Charakteren zu bekommen. Lena ist eine schüchterne und mit vielen Altlasten beladene Persönlichkeit, die sehr unter dem Verlust ihrer Eltern leidet. Bis sie Alex kennenlernt ist ihr das Leben, das sie führt, vollkommen normal und sie kann es sich nicht anders vorstellen. Sie sehnt sich nach der Sicherheit des Eingriffs, damit sie endlich immun ist gegen "Deliria", die Liebe.

Alex ist ein wenig älter als Lena und hat seinen Eingriff nur vorgetäuscht. Er ist nicht immun, sondern ein Infizierter, ein Sympathisant. Er verliebt sich in Lena und beginnt sehr vorsichtig um das Mädchen zu werben. Er kennt die Geheimnisse hinter der Fassade Portlands und agiert sehr umsichtig. Denn ein falsches Wort, eine falsche Bemerkung oder eine falsche Berührung seiner Freundin kann zur Todesstrafe führen.
  
Meine Meinung:
Der Auftakt zur Dystopien-Trilogie "Amor" erzählt auf 416 Seiten eine dramatische und einfühlsame Geschichte, die nicht nur bewegt, sondern auch zum Nachdenken animiert. Mit vielen gefühlvollen Aussagen wird der drastische Gegensatz zwischen den Welten sehr deutlich und die vielen bildlichen Aussagen schaffen eine verwirrende und zugleich sehr lebendige Atmosphäre.

Die Charaktere spiegeln eine sehr emotionale Gefühlsebene wider. Besonders die Veränderung in Lenas Gedankenwelt geht nur langsam voran und der Leser hat die Möglichkeit, sich vollkommen auf diesen Wechsel einzulassen. Aus der Ich-Perspektive erzählt, wirkt das Werk viel realistischer und dramatischer, die Spannung baut sich langsam auf und erreicht zum Schluss einen perfekten Höhepunkt.
Die Gestaltung, sowie das farbige Cover, geben schon einen guten Eindruck vom Buch, das sich für Jugendliche, aber auch junge Erwachsene, empfiehlt.

Bereits mit ihrem Debütroman "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei" (Original "Bevor I Fall"), erlebt die New Yorker Autorin Lauren Oliver großen Erfolg. Der zweite Teil "Pandemonium" zu dieser Trilogie wird im November 2012 ebenfalls beim Carlsen Verlag erscheinen.  

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