Weil ich euch liebte von Linwood Barclay ****

Zum Inhalt:
Nach dem Tod von Sheila zweifelt Glen an seiner Frau. Wie konnte sie ihm das antun? Mitten in der Nacht, betrunken, auf der Autobahn zu halten und die Lichter ihres Wagens auszumachen? Ein nachfolgendes Auto, in dem ein Vater aus der Nachbarschaft mit seinen zwei Söhnen auf dem Heimweg ist, kann nicht mehr bremsen und es kommt zur Kollision. Nur einer der beiden Söhne überlebt den Aufprall. Die folgende Zeit führt Glen und seine Tochter Kelly in ein Chaos, das doch nicht im Sinn von Sheila gewesen sein kann. Plötzlich entdeckt Glen, dass nicht alles in Milford so scheint, wie er es zunächst gedacht hat. Nach und nach reift in Glen der Gedanken, dass der Tod seiner Frau vielleicht gar kein Unfall war.
Auf 526 Seiten erzählt der Autor Linwood Barklay die Geschichte eines verzweifelten Familienvaters, der sich mit dem Schicksal nicht einfach abfindet und einen Kampf beginnt, der zunächst aussichtlos erscheint. Jedoch entdeckt man durch den Wechsel der Erzählweisen schnell die Spielchen, die im Hintergrund laufen.
Zunächst gibt es dort Glen, der sein eigenes Bauunternehmen leitet und einige finanzielle Schwierigkeiten hat. Nach dem Tod seiner Frau ist Kelly sein ganzer Lebensinhalt. Seine Tochter ist eine sehr selbstständige Achtjährige, die wegen der scheinbaren Schuld Ihrer Mutter am Unfalltod gemobbt wird. Als sie bei ihrer besten Freundin übernachten will, hört sie ein Telefonat mit, das nicht für ihre Ohren bestimmt ist.

Meine Meinung:
Dieser Thriller bietet dem Leser ein leichtes und spannendes Lesevergnügen, dass viel Spielraum für eigene Spekulationen und Vermutungen lässt. Der Handlungsstrang erscheint auf den ersten Blick ein wenig wirr, allerdings kann man sich nach und nach besser in der Geschichte einfinden und auch mit den Hauptprotagonisten eine Verbindung aufbauen.
Immer wenn man als Leser das Gefühl hat, den Täter zu kennen, hat man die Auflösung noch immer nicht ganz erfasst. Es bleibt spannend und man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Besonders positiv empfand ich die nachvollziehbaren Hassgefühle von Glen seiner Frau gegenüber, die ihn scheinbar vor einem Scherbenhaufen hat sitzen lassen. Mir hat das Buch gefallen und es hat mich die ganze Zeit über gut unterhalten. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. Ich hätte mir vielleicht nur ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, da ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, eher als Außenstehende die Geschichte zu lesen, statt mittendrin zu sein.

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