Der Mord des Jahrhunderts von Paul Collins *****

Zum Inhalt:
Das Buch hat Hand und Fuß, doch der Kopf bleibt verschwunden
Paul Collins erzählt in seinem Werk auf über 400 Seiten die erbarmungslose Hetzjagd nach den Mördern von William Guldensuppe, der Stückchenweise in die Welt zurück gekehrt war. Erst fand man seinen Oberkörper, dann seinen Rumpf und schließlich auch seine Beine, doch der Kopf blieb erst mal verschwunden.
Und damit beginnt der Machtkampf zwischen den großen Zeitungen der damaligen Zeit und der Polizei. Captain O´Brien, später befördert zum Inspector, sucht mit allen Mitteln nach den Mördern und nach der Bestätigung der Identität des Toten, denn solange der Kopf fehlt, ist es nicht sicher, dass der Tote tatsächlich Guldensuppe ist. Seine Lebensgefährtin, die unter Anklage steht, behauptet weiterhin, dass Guldensuppe noch lebt und hofft auf ein gutes Ende.
Die Zeitungen reißen sich um die Schlagzeilen, besonders Pulitzer mit der World tritt gegen Hearst vom Journal an. Bietet die eine Zeitung 500 Dollar Belohnung auf den Kopf von Guldensuppe, erhöht die andere auf 1000 Dollar. Jeder will die aktuellste und gefährlichste Schlagzeile haben und so wird das Leben der New Yorker durch die Presseberichte begleitet.
Durch das vollständige fehlen von Emotionen und Gefühlen, liest sich dieses Buch wie ein Pressebericht aus alter Zeit. Wunderbar dokumentarisch begleitet man den Autor durch die chronologisch passende und sehr spannende Jagd durch New York.
Teilweise ein wenig langatmig, dennoch sehr bildlich und ergreifend, schildert das Buch einen Machtkampf, den es so bestimmt kein zweites Mal gegeben haben wird.

Meine Meinung:
Das Buch gliedert sich in die 5 wichtigsten Ereignisse der Tat auf, das Opfer, die Verdächtigen, die Anklage, der Prozess und schließlich das Urteil. Eine ganze Stadt rätselt zunächst nach dem Opfer, dann nach dem Mörder und schließlich auch bei der Anklage gegen Augusta Nack und Martin Thorn.
Einen wirklichen Hauptprotagonisten gibt es nicht, man wechselt ständig zwischen den bedeutendsten Ereignissen hin und her. Als Leser hat man das Gefühl, hautnah am Geschehen zu sein und kann sich schnell seine eigenen Gedanken zu dem Verbrechen machen. Immer wieder kommt die Frage auf, ist Guldensuppe tatsächlich tot? Und wo ist der Kopf der Leiche?
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Vielleicht gerade, weil es einer wahren Geschichte entspricht und der Kampf der großen Presse zum Ende des 19. Jahrhunderts so dramatisch anwuchs, bleibt dieses Buch sehr spannend, informativ und lässt tief in die damaligen Vorgehensweisen blicken.
Von mir erhält das Buch die volle Punktzahl. Schnelle und rasante Szenen und ständig wechselnde Ereignisse haben mich das Buch in einem durch lesen lassen und mich sehr gut unterhalten.

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